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Die "zwölf Apostel" werden gefällt

Die "zwölf Apostel" werden gefällt

60 Jahre lang standen sie am rechten Saarufer und gaben dem Gewerbegebiet ein unverwechselbares Aussehen. Nun werden die "zwölf Apostel", wie die zwölf Bäume genannt werden, gefällt. Sie sollen eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer darstellen.

Mehrere Meter sind sie hoch, und immer noch erscheinen sie kräftig und vital. Doch die zwölf Pappeln (Weichholz-Bäume) am rechten Saarufer, die "zwölf Apostel" genannt werden, sind von einem Pilz befallen, der sie von innen heraus zerstört. Das macht sie laut Hans-Josef Koch vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Saarbrücken zu einer Gefahr für Fußgänger und Radfahrer. "Armdicke Äste sind von ihnen schon herabgebrochen", sagt er. Zeitweise musste der Radweg, der an den Bäumen entlang führt, deswegen gesperrt werden. "Auch die Wurzeln haben dem Weg schon geschadet", fügt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius hinzu."

Schon im Frühjahr dieses Jahres wurden die Kronen der zwölf Bäume gestutzt. Nun werden die Pappeln ganz beseitigt. "Wir haben abgewartet, bis die touristische Saison vorbei ist", sagt Koch. In den nächsten Tagen schon sollen die Apostel gefällt und abtransportiert werden. Unmittelbar danach will das Amt als Ersatz zehn Nuss- und zwei Maronenbäume pflanzen. "Dafür werden wir möglicherweise noch etwas frostärmere Tage abwarten", erklärt Koch. "Generell ist es aber im Moment eine gute Zeit, um Bäume zu pflanzen - wir wollen das daher bis zum Frühling umsetzen."

60 Jahre sind die Pappeln alt. Das erscheint für einen Baum sehr jung; doch sei diese Baumart ohnehin nicht langlebig, sagt Dixius. "Die Bäume haben damit ihr biologisch normales Alter schon erreicht." Seitens der Stadt bedauere man die Abholzung. Doch die Sicherheit gehe vor. "Hätte man bei der ersten Pflanzung nicht ausgerechnet Pappeln genommen, könnte man die zwölf Apostel sicherlich wesentlich länger stehen lassen." Christian Walter von der Naturschutzbehörde (Nabu) Region Trier bedauert ebenfalls, dass die Bäume gefällt werden. "Die zwölf Apostel sind ein markanter Punkt in Saarburg. Es ist sehr schade, dass er wegfällt - zumal das Gewerbegebiet ansonsten keinen so tollen Eindruck macht."

Sein Kollege Manfred Weißer gibt zu Bedenken, dass auch totes Holz einen hohen ökologischen Wert habe. "Solche Bäume haben jede Menge Untermieter, wie Käfer, Spechte und Fledermäuse."

Dies sei aber in diesem Fall nicht so, sagt Dixius. "Für eine massive Besiedlung sind die Bäume noch nicht hohl genug. Dieser Zustand wäre sicherlich irgendwann eingetreten - das hätte den Radweg dann aber noch unsicherer gemacht." Auch das veränderte Landschaftsbild soll nicht allzu gravierend ausfallen.

Um das zu bewerkstelligen, will das Amt eine sogenannte "Hochstammpflanzung" vornehmen - das bedeutet, dass die neuen Bäume bereits eine Stammlänge von 1,80 Metern haben und daher insgesamt rund zwei Meter hoch sind. "Das Bild an dieser Stelle wird also nicht komplett verändert, sondern nur renoviert", sagt Koch. "Am Ende werden zwölf neue Apostel das Saarufer schmücken."