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Manchmal kommt das Beste zum Schluss

Manchmal kommt das Beste zum Schluss

SAARBURG. (gkl) Zum Abschluss der diesjährigen Orgelkonzertreihe in der Pfarrkirche St. Laurentius nahm der Trierer Domkapellmeister Stephan Rommelspacher auf der Orgelbank Platz. Sein Konzert war ein Höhepunkt nicht nur in der aktuellen Serie der Konzerte.

Manchmal kommt das Beste erst zum Schluss. Diesen Eindruck konnte man in Saarburg bekommen, als die Reihe der diesjährigen Orgelkonzerte an der Weimbsorgel in der Pfarrkirche St. Laurentius beschlossen wurde. Solist war der Trierer Domkapellmeister Stephan Rommelspacher, der in seiner kurzen Einführung darauf hinwies, dass sein vielfältiges Programm eine möglichst große Bandbreite der Klangfarben des Saarburger Instrumentes wiedergeben sollte. Was Rommelspacher da versprochen hatte, setzte er tatsächlich auch um, gestaltete ein Konzert, wie man es in der Form in Saarburg noch selten erlebt hatte. Den vielleicht spannendsten Moment konnte das zahlreiche Publikum bei einer Komposition erleben, die im allgemeinen Konzertbetrieb häufig untergeht, weil sie nicht spektakulär genug ist, keine augenfälligen mitreißenden Passagen enthält. Es geht um die Ciaconna in f des Nürnberger Meisters und Bachzeitgenossen Johann Pachelbel. Wenn dieses Werk, das eine Variationsfolge über ein gleichbleibendes Bassthema enthält, in diesem Fall von vier Tönen, in einem Konzert erklingt, lebt es in der Regel von den verschiedensten Registrierungen, mit denen die Interpreten die Abwandlungen gestalten. Nicht so Rommelspacher. Er verwendete nur ein einziges Register für das gesamte Werk, eine wunderschöne kammermusikalische Flöte, und ließ trotzdem alle Spannung, all das Aufregende, das in dieser Komposition steckte, in Erscheinung treten. Technisch überaus versiert, gestaltete Rommelspacher den Abend um dieses vergleichsweise kleine Werk sehr abwechslungsreich und demonstrierte, wie viele stilistische Möglichkeiten die Saarburger Orgel zu bieten hat. Da gesellte sich Dietrich Buxtehudes Praeludium in a-Moll zu einem "Offertoire sur les grands jeux" des französischen Meisters François Couperin und der Variationsfolge über den Choral "Freu dich sehr, du meine Seele" von Georg Böhm. Das Andante con Variationi in D-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy erklang neben Mozarts C-Dur Kirchensonate, KV 336. Den Abschluss bildeten der Pilgerchor aus "Tannhäuser" und die Festmusik aus den "Meistersingern" von Wagner, für die Orgel eingerichtet von Sigfrid Karg-Elert. Nicht nur die Orgel folgte problemlos allen eingeschlagenen stilistischen Pfaden. Rommelspacher erwies sich als Interpret, der mit ausgefeilter Technik im barocken Klanggeflecht ebenso zuhause ist wie in der romantischen Tonsprache. Ein erlebnisreicher Abend.