Maria Steffes will die Krone

Zeitgleich zum Beginn des Saar-Weinfests am Samstag, 7.September, findet in Offenburg (Baden-Württemberg) die Vorausscheidung für die Wahl zur Deutschen Weinkönigin statt. Redaktionsmitglied Alexander Schumitz sprach mit der Mosel-Weinkönigin über Krönungen und Vorlieben.

Maria Steffes lädt vor dem Weingut ihrer Eltern Weinkisten mit leeren Flaschen aus einem Bulli. Am Vorabend des Interviews hatte sie noch mit ihren Prinzessinnen und mit Freundinnen in der Grillhütte gefeiert. Nachdem sie sich eine frisch aufgebrühte Tasse aus der Küche geholt hat, stellt sie sich den Fragen.
Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie vor zwei Jahren beim Saar-Weinfest die Krone der Saar-Obermosel-Weinkönigin aufgesetzt bekamen und mit dem Schiff beim Feuerwerk auf der Saar unterwegs waren?
Maria Steffes: Einen richtigen Gedanken konnte ich gar nicht fassen. Es sind super viele Eindrücke auf mich eingeprasselt. Ich war vor allem aufgeregt und habe mich riesig auf die Zeremonie gefreut. Ich bin einfach von den Emotionen überwältigt worden. Und die Fahrt durch den Funkenregen werde ich nicht vergessen."

Wie war ihre Zeit als Saar-Obermosel-Weinkönigin?

Steffes: "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich war auf rund 60 Terminen in der Region und bin in Ecken gewesen, die ich vorher kaum kannte. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich die Winzer auch von ihrer fachlichen Seite kennenlernen konnte. Davon profitiere ich sowohl in meinem Amt als Mosel-Weinkönigin wie auch in meinem Weinbaustudium an der Hochschule Geisenheim."

Wie haben Sie sich auf ihre Aufgaben als Mosel-Weinkönigin vorbereitet?

Steffes: "Ich habe mit meiner Vorgängerin Andrea Schlechter aus Enkirch gesprochen und mich natürlich auch mit Lektüren und Informationsmaterial vorbereitet. Ich wusste, dass mit einem größeren Hoheitsgebiet auch neue, verantwortungsvolle Aufgaben auf mich zukommen würden. Die Entscheidung habe ich zu keinem Zeitpunkt bereut, die Aufgaben würde ich sofort wieder übernehmen."

Was waren ihre Aufgaben als Mosel-Weinkönigin?

Steffes: Natürlich war ich auf vielen Weinfesten zu Gast. Aber ich habe auch Fachmessen besucht und Repräsentationstermine für die Handwerkskammer und die Landesregierung übernommen. Daneben gibt es viele Termine, auf denen es darum geht, dass ich fundiert über Weinthemen spreche. Meine Meinung wird ernst genommen."

Warum wollen Sie Deutsche Weinkönigin werden?

Steffes: "Die Frage stellt mir zurzeit jeder. Als Mosel-Weinkönigin bin ich für die Ausscheidung automatisch qualifiziert. Wenn ich es denn werde, freue ich mich vor allem auf die fachlichen Aufgaben, die mit dem Amt auf mich zukommen. Weinbau ist mein Beruf und meine Leidenschaft."

Wie lassen sich Studium und die Termine als Weinkönigin miteinander vereinbaren?

Steffes: "Zum Glück kann ich mich da auf meine Studienfreunde und meine Familie verlassen. Die Freunde schreiben in den Vorlesungen mit und geben mir ihre Notizen. Meine Familie greift mir, wenn möglich, unter die Arme oder erinnert mich einfach mal an ein paar Dinge - etwa die Krone oder das Kleid mitzunehmen."
Was waren die schönsten und was die schrecklichsten Momente in ihren zwei Amtszeiten als Weinkönigin?
Steffes: "Ehrlich, schlimme Augenblicke habe ich nicht erlebt. Vieles war Routine - aber auch dann haben sich die Leute gefreut, dass ich sie besucht habe. Spektakulär war jedoch der Tandem-Fallschirmsprung über Föhren. Plötzlich habe ich die Mosellandschaft aus einer neuen Perspektive wahrgenommen.
Die 40 Sekunden im freien Fall waren traumhaft." itz
Extra: Entweder oder?

Whisky-Cola oder Sekt mit Weinbergspfirsichlikör?
Steffes: "Whisky-Cola ist mir zu herb. Ich trinke lieber das süß-prickelnde Frauengetränk."
Nach dem Aufstehen: Kaffee oder Wein?
Steffes: "Ich brauche morgens erst mal zwei Tassen Kaffee und eine Zeitung. Beim Frühstück genieße ich die Ruhe und die Zeit, die ich für mich habe."
Weinpokal oder Senfkristall?
Steffes: "Beides nicht. Ich mag lieber ein gutes Weinglas."
Riesling von der Saar oder
aus Australien?
Steffes: "Von der Saar, am liebsten von der Ayler Kupp, das ist meine Heimat und deshalb schmeckt er mir von hier am besten. Ich muss aber zugeben, dass es auch guten Wein aus Australien gibt."
itz