Saarburg-Kahren erhält eine neue Dorfmitte: Feuerwehr hilft bei dem Bau

Saarburg-Kahren erhält eine neue Dorfmitte: Feuerwehr hilft bei dem Bau

Ein Stück Heimat ist neu entstanden in der Mitte des Saarburger Stadtteils Kahren. Der Ort, der im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" auf Landesebene Silber gewonnen hat, weiht mit dem neuen Feuerwehrhaus bald weit mehr als ein Funktionsgebäude ein.

Die Doppelfunktion steht groß auf der Front geschrieben: Dorfscheune und Spritzenhaus. Das ehemalige Wohn- und Wirtschaftsgebäude, an dessen Front einmal Geflügel die Hühnerleiter auf- und ab marschierte, ist zum schmucken Zentrum des Saarburger Stadtteils Kahren geworden. Wehrführer Christoph Reiland sagt: "Zwei Jahre lang haben wir mit bis zu 15 Leuten daran gebaut." Nun ist es fertig. Am Wochenende vom 27. und 28. August wird es eingeweiht (siehe Extra). Gefeiert werden soll aber der gesamte Ortskern, der Kahren im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" unter 187 Mitbewerbern auf Landesebene die Silbermedaille eingebracht hat.
Kelterfest für 2017 geplant


Zentrum dieses Ortskerns ist das neue Feuerwehrhaus mit der Dorfscheune, die eine historische Kelter beherbergt. Im Herbst nächsten Jahres soll ein Kelterfest stattfinden. Die Feuerwehr feiert aber auch das Ende eines zehnjährigen Provisoriums. "Unser altes Haus musste dem Ausbau der Ortsdurchfahrt weichen", erinnert sich Ehrenwehrführer Klaus Zehren. Das Ausweichquartier, die landwirtschaftliche Lagerhalle gleich in der Nähe, eignete sich für Feuerwehrzwecke nur sehr bedingt. Zehren: "Das war eine muffige Atmosphäre. Kleider konnten wir da nicht hängen lassen."
Architekt Gerd Kinzinger aus Trier, der auch das Kahrener Bürgerhaus planerisch gestaltete, weiß um den Wert des neuen Feuerwehrdomizils. Er sagt: "Das ist ein ortsbildprägendes Gebäude, eingebettet in ein Ensemble mit Bouleplatz und Kinderspielplatz." Dafür habe es bei der Wettbewerbsjury besonders viele Punkte gegeben. Der historische Charakter des Hauses sei erhalten geblieben, bis hin zu den Hühner- und ehemaligen Schweinestallfenstern. "Dieses typische Lothringer Langhaus des Saargaus ist ein Zeitzeuge", sagt der Planer erfreut.

Die Schlussrechnung fehlt noch, aber die Kosten werden von Ortsvorsteher Reinhardt Paulus auf 100 000 Euro für die Feuerwehr und 90 000 Euro für den Kelterraum geschätzt: "Zuschüsse gab's vom Land mit 55 Prozent für die Dorfscheune und 33 Prozent für die Feuerwehr." Die ehrenamtliche Arbeit wurde mit 50 000 Euro gleichgesetzt.
Warum braucht man eine solch kleine Feuerwehr mit gerade zehn Mann und einem Anhänger mit Pumpe drauf? Wehrführer Reiland erklärt: "Im Ernstfall ist alles für die Brandbekämpfung vorbereitet, mit Wasseranschlüssen und verlegten Schläuchen, wenn die Saarburger Wehr mit schwerem Gerät eintrifft." Und außerdem sei die Ortskenntnis der Kahrener Wehrleute nicht zu ersetzen. Beides spare wertvolle Zeit.Extra

Samstag, 27. August, 19 Uhr: Bunter Abend mit der Band Locker vom Hocker Sonntag, 28. August, 9.30 Uhr: Festgottesdienst mit Kirchenchor St. Jakobus Litdorf-Rehlingen, anschließend Einsegnung durch Pastor Georg Goeres; 10.30 Uhr: Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Körrig; 11.30 Uhr: Mittagessen (Rindfleisch mit Remoulade); 14 Uhr: Ansprachen von Bürgermeister Jürgen Dixius, Wehrleiter Bernhard Hein, Ortsvorsteher Reinhardt Paulus, Wehrführer Christoph Reiland, Schlüsselübergabe durch Architektin Vanessa Neukirch; Schauübung der Jugendfeuerwehr Saarburg, Kinderspielaktionen. doth