„Überzeugungstäter“ nimmt dritten Anlauf

„Überzeugungstäter“ nimmt dritten Anlauf

Wenn Udo Moser nach seiner größten Leidenschaft gefragt wird, muss er nicht lange zögern: „Ich bin Überzeugungstäter. Für mich ist Kommunalpolitik mein Hobby.“ Deshalb nimmt der 57-jährige Inhaber eines Immobilienbüros als Kandidat der „Bürger für Bürger“ (BFB) am 7. Juni seinen dritten Anlauf für die Wahl zum Stadtbürgermeister von Hermeskeil.

Hermeskeil. Eins hat Udo Moser seinen drei Kontrahenten Bernd Mende (CDU), Ralf Gluding (SPD) und Volkmar Winter (Linke) definitiv voraus: Erfahrung im Wahlkampf. Zwei Mal (1999 noch für die SPD, nach dem Bruch mit den Genossen 2004 für die damals neu gegründete „BFB“) hat es der heute 57-Jährige schon versucht, Stadtbürgermeister zu werden. Zwei Mal unterlag er der nun scheidenden Amtsinhaberin Ilona König (CDU) knapp. Am 7. Juni will es Moser wieder wissen, wobei für ihn das Motiv für seine dritte Bewerbung auf der Hand liegt: „Die letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass der Zustand der Stadt nicht in Ordnung ist. Es ist zwar klar, dass ich nicht zaubern kann. Ich kann aber anders arbeiten“, macht er Werbung in eigener Sache. Baustellen gebe es jedenfalls mehr als genug, betont Moser und spannt den Bogen vom Zustand des Bahnhofsvorplatzes („Man muss sich fast schämen, dass wir mit seiner Neugestaltung vor der Radweg- Eröffnung nicht fertig geworden sind) über das Feuerwehrmuseum bis hin zur Konversion („Dieses Thema findet bisher im Stadtrat überhaupt nicht statt. Man kann doch nicht alles dem Zweckverband überlassen“). Geboren wurde Udo Moser 1951 in Birkenfeld, aufgewachsen ist er in Nonnweiler, bevor es 1973 aus beruflichen Gründen ins Rhein-Main-Gebiet ging. 16 Jahre blieb er dort, die Bindungen zum Hochwald gingen aber nicht verloren, was nicht zuletzt mit Ehefrau Ulrike zusammenhing. 1977 heiratete er die Hermeskeilerin, mit der er zwei Kinder hat. Carolin und Daniel sind heute 25 und 17 Jahre alt. 1989 kehrte die Familie in die Heimat zurück und baute im Rosenweg. 1994 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit und die Eröffnung eines Immobilienbüros in der Fußgängerzone. 1999 wurde Moser erstmals in den Stadtrat gewählt. „Meckern allein genügt nicht. Man muss sich auch selbst einbringen, wenn man Dinge verändern will“, nennt er den wichtigsten Grund, der ihn seinerzeit zum Einstieg in die Kommunalpolitik veranlasst hat. Sie spielt seitdem eine zunehmend wichtige Rolle in seinem Leben und „ist ein Stück Hobby geworden“, betont Moser, der seit 2004 auch im VGRat sitzt und Mitglied des Zweckverbands Konversion ist. „Ich habe Beruf, Famile, einen Garten, und dann kommt die Kommunalpolitik noch dazu. Viel Zeit für andere Sachen bleibt da nicht“, antwortet Moser auf die Frage, wie seine Freizeitgestaltung aussieht. Was er sich neben ein „bisschen Radfahren und Schwimmen“ aber ab und zu gönnt, ist, „sich zur Entspannung gemütlich aufs Sofa zu setzen und eine Autozeitung zu lesen“. „Keine Politik mit der Brechstange“ Dass ihm seine politischen Gegner mangelnde Fähigkeit zur Zusammenarbeit vorwerfen, will Moser so nicht stehen lassen. „Da werde ich unterschätzt. Die Kompromissbereitschaft gibt es sehr wohl.“ Ausdrücklich hebt er hervor, dass er als Stadtbürgermeister „keine Politik mit der Brechstange“ betreiben wolle und eine „Ausgrenzung von Fraktionen“ ablehne. Zugleich stellt er aber klar: „Wenn ich die Dinge angehe, habe ich schon eine klare Zielvorstellung.“
Udo Moser und seine drei Mitbewerber stellen sich beim Stadtbürgermeisterforum am Montag, 25. Mai, 19 Uhr, in der Hochwaldhalle den Fragen der TV-Moderatoren.