"Warum nicht gleich so?"

GRIMBURG. Ende gut alles gut: Zeitgleich mit dem scheinbar unendlichen Streitpunkt Zweckverbandsordnung Kindergarten ist auch Grimburgs Nein zur Forstreform endgültig vom Tisch.

Der Kommentar aus dem Zuhörerkreis bringt es auf den Punkt. "Warum nicht gleich so?", ist zu vernehmen, nachdem der Grimburger Rat in seiner jüngsten Sitzung einen zweiten Vertreter für den Kindergartenzweckverband nachgewählt hat. Die nicht erfolgte Wahl hatte für Verdruss gesorgt bei der "turbulenten Sitzung im Januar 2005", sagt Verbandsgemeinde-Büroleiter Werner Haubrich. Dabei ist der Sachverhalt laut Haubrich unstrittig. Laut Beschluss der Verbandsversammlung vom September 2004 sei das Stimmrecht der beiden beteiligten Gemeinden klar geregelt. Grimburg und Gusenburg stünden neben dem Ortsbürgermeister jeweils zwei weitere Vertreter zu. Daher müsse der Grimburger Rat nicht völlig neu beraten, sondern nur einen Beschluss fassen: "Die Verbandsordnung bleibt wie sie ist", erklärt Haubrich. Aus der Mitte des Rates müsse demnach lediglich eine Person nachgewählt werden. Mit neun Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen entscheidet sich der Rat für den CDU-Kandidaten Jürgen Mayer. "So, dann wäre ein dicker Streitpunkt vom Tisch - ich bedanke mich bei allen Beteiligten", kommentiert Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber, der ebenfalls für Mayer votiert hat. Auch in Sachen Forstreform gelingt dem Rat ein entscheidender Schritt nach vorne. Die Neuorganisation der Forstreviere hatte im Gremium keine Mehrheit gefunden. Als wesentlichen Knackpunkt nennt Gemeindechef Weber die angestrebte "Reduzierung der Beförsterungskosten". Das neue Konzept von Landesforsten scheine dem aber eher entgegen zu wirken, da es den Kostenfaktor Forstbeamte nicht ausreichend anpacke. Hülpes plädiert für Erhalt des Forstreviers

Im Nachhinein wurde bei dem entsprechenden Ratsbeschluss jedoch ein formaler Fehler beanstandet. Daher musste der Grimburger Rat erneut abstimmen - und zwar getrennt über zwei Punkte, die irrtümlich zusammengefasst worden waren. Das mehrheitliche Ja des Rates macht nun den Weg frei für die Reform. Auf Anregung von Weber wird jedoch geprüft, ob bei der Vertragsgestaltung nicht ein Kündigungsrecht aller beteiligten Gemeinden aufgenommen werden kann. "Wenn wir erkennen, das klappt nicht, müssen wir auch da raus kommen", begründet Weber. Zuvor hatte Verbandsbürgermeister Michael Hülpes für den Erhalt eines künftig größeren und besser zu bewirtschaftenden Forstreviers Gusenburg-Grimburg plädiert. Über die weiteren Punkte der Sitzung folgt ein separater Bericht.

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