Wenn aus Tönen Bilder werden

Erlesene Kompositionen und ausgezeichnete Musiker - das Konzert unter dem knappen Titel "Impressionisten" mit Musikern der "Villa Musica" unter der Leitung des Cellisten Martin Osterholz war ein außergewöhnliches Erlebnis.

Konz-Karthaus. (jbo) Marita Souville vom Konzer Kulturbüro hatte ein "gutes Händchen", als es ihr gelang, Stipendiaten der "Villa Musica" mit ihrem Dozenten, dem Cellisten Martin Osterholz, zu verpflichten. In der Reihe "Musik in Burgen und Schlössern" gastierten mit Osterholz sieben junge Musikerinnen und Musiker - alle Anfang bis Mitte 20 - mit Werken der französischen Impressionisten Claude Debussy, Camille Saint-Saëns, André Caplet sowie des Belgiers Guillaume Lekeu. Von Anfang an wurde im sehr gut besuchten Festsaal des Klosters Karthaus das Besondere der impressionistischen Musik deutlich: Auf tiefe Emotion setzen, aus Tönen Bilder malen und atmosphärische Stimmungen erzeugen - diese Stilmittel des Impressionismus, der speziell in Frankreich (auch der Belgier Lekeu komponierte seine Werke in Paris) Verbreitung fand, wurde hervorragend umgesetzt. Das große Können der Musik-Studenten wurde gleich im ersten Stück, einer Sonate für Flöte, Viola und Harfe von Claude Debussy, offensichtlich. Nach der Pause, als der Cellist Martin Osterholz im Streichquartett von Guillaume Lekeu, mehr noch in "Die fantastische Erzählung" für Streichquartett und Harfe von André Caplet, die Führung übernahm, steigerte sich das ohnehin sehr hohe musikalische Niveau noch einmal. Das begeisterte Publikum quittierte dies mit langem Beifall.Nach dem Konzert gab es uneingeschränkt positive Kommentare. "Ganz hervorragend" und "Spitzenklasse" lauteten die ersten spontanen Meinungen. Bei den jungen Talenten ragte Harfenspieler Christoph Bielefeld heraus. Bei dem Atem raubenden musikalischen Thriller "Le Conte Fantastique" (Die fantastische Erzählung) von André Caplet sorgte er mit dem präzisen und hoch konzentrierten Streichquartett für das "Sahnehäubchen" des Konzerts. Die Violinistinnen Christin Uhlemann und Nina Huba beherrschten ihre Instrumente ebenfalls gekonnt. Auch die Bratschistinnen Julia Neher und Peijun Xu. Joanna Liberadzka (Harfe) und Christine Köhler (Flöte) überzeugten bei Debussys meisterlichem Kammermusikwerk "Sonate für Flöte, Viola und Harfe" nicht weniger, so dass am Ende nur der Wunsch nach der Zugabe unerfüllt blieb. Nach Caplets "Nervenkrimi", basierend auf "Die Maske des Roten Todes" des Schriftstellers Edgar Allen Poe, wäre ein weiteres Stück als purer "Ohrenschmaus" aber auch kaum vorstellbar. Der emotionalen Wirkung und Wucht von Caplets Komposition war nichts mehr hinzufügen.