"Die Leute vom Sofa holen"

"Die Leute vom Sofa holen"

Das Kino erlebt seit dem Einzug des Multi-Media-Centers im heimischen Wohnzimmer einen tiefgreifenden Wandel. Dirk Ziesenhenne, Betreiber des Programmkinos Broadway in Trier, begegnet der Veränderung mit vorsichtigem Optimismus und einer neuen Filmreihe.

(tab) Die Reihe "Kino Musikalisch" startet am Freitag mit dem Film "Taking Woodstock". Über das neue Projekt sprach TV-Mitarbeiterin Tamara Breitbach mit Dirk Ziesenhenne.

Was tun Sie, um das Broadway langfristig zu erhalten?

Dirk Ziesenhenne: Kino kann in Zukunft nur bestehen, wenn wir es schaffen, den Kinobesuch mit Emotionen zu verbinden. Wir setzen auf gute Atmosphäre und ein abwechslungsreiches Programm. Dazu haben wir vor zwei Jahren umgebaut und bieten verschiedene Kinoreihen an. So die Reihe "Kino Musikalisch".

Was erwartet die Zuschauer?

Ziesenhenne: "Kino Musikalisch" verbindet Musikhöhepunkte, die jeder kennt, mit dem Kinoerlebnis. Wir haben Filme aus jedem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ausgesucht. Im Januar steht "Woodstock" auf dem Programm.

Wird die Reihe im nächsten Jahr fortgesetzt?

Ziesenhenne: Für diese Entscheidung ist es jetzt noch zu früh. Die Nachfrage ist allerdings erfreulich.

Die Jazz-Filmreihe in Kooperation mit dem Jazz-Club Trier, die Sie 2010 gezeigt haben, hat das Publikum nicht überzeugt. Was ist jetzt anders?

Ziesenhenne: Bei der Jazz-Reihe war das Thema sehr eng gefasst. Ein breiteres musikalisches Spektrum, wie wir es jetzt anbieten, lockt auch mehr Zuschauer an. Ich bin zuversichtlich, so die Leute vom Sofa zu holen.

Was reizt Sie an der Verbindung der beiden Kulturformen Film und Musik?

Ziesenhenne: Spannend an der Verbindung ist, dass die Filme gut im Original mit Untertiteln (OmU) laufen können. Musik versteht man auch ohne perfekte Sprachkenntnisse. Da wir gern mehr OmU-Filme zeigen wollten, war das ein guter Anlass.

Verraten Sie zum Schluss noch Ihren persönlichen Höhepunkt der Reihe?

Ziesenhenne: "Stop Making Sense" im März. Der Film erinnert mich an meine Jugend.

Extra

Die nächsten Termine: Taking Woodstock: 14. Januar, 21.15 Uhr (deutsche Fassung), 20. Januar, 20 Uhr (englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln); Joy Division: 11. Februar, 21.15 Uhr, und 17. Februar, 20 Uhr (englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln); Stop Making Sense: 11. März, 21.15 Uhr, und 17. März, 20 Uhr (englische Originalfassung) Last Days: 8. April, 21.15 Uhr (deutsche Fassung), 14. April, 20 Uhr (englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln). Berlin Calling: 13. Mai, 21.15 Uhr, und 19. Mai, 20 Uhr (deutsche Fassung)