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Exponate durchgeschleudert

Exponate durchgeschleudert

Wäsche sortieren und dabei eine Kunstausstellung besuchen – am Freitag Abend war das kein Widerspruch. Das Kunst-Kombinat-Trier hat im Wasch-Salon in der Brückenstraße die ungewöhnliche Aktion „120 Minuten Kunst... im Schleudergang“ präsentiert.

15 Künstler haben dabei auf jeweils einer Waschmaschine ihre Bilder und Objekte dem zahlreich erschienenen Publikum vorgestellt – während die regulären Gäste des Salons dabei in aller Ruhe ihre Wäsche wuschen, trockneten und sortierten. Die dabei laufende Ausstellung störte sie nicht, im Gegenteil: „Das ist eine tolle Idee“, sagt Wendy Weinerlein, die mit Mann und Tochter von der Aktion überrascht wurde. „Es ist nur etwas peinlich, in aller Öffentlichkeit unsere Unterwäsche zusammenzulegen1“

Die Idee zur Aktion kam Initiator Laas Koehler zufällig, als er an einem Wasch-Salon vorbeifuhr. „Dieser ungewöhnliche Ort befreit die Ausstellung von der üblichen Etikette, die in diesem Zusammenhang fast albern wäre“, sagt Koehler. Claudia Wenzler, eine der ausstellenden Künstlerinnen, gibt ihm recht. „Vielleicht nehmen auch so die Berührungsängste gegenüber der Kunst etwas ab.“ Nach zwei Stunden war der Spuk wieder vorbei. Zukünftig will das Kunst-Kombinat vierteljährlich jedoch weitere Aktionen starten – ob diese dann an ebenso außergewöhnlichen Orten stattfinden werden, will Koehler aber noch nicht verraten.