Glückwunsch!

Herta Müller wollte eigentlich nie Schriftstellerin werden. Sie fing das Schreiben an, als die Schikanen des Ceausescu-Regimes in ihrem Geburtsland Rumänien für sie unerträglich wurden.

"Ich reagierte auf die Todesangst mit Lebenshunger. Der war ein Worthunger. Nur der Wortwirbel konnte meinen Zustand fassen", berichtete die Autorin in ihrer Vorlesung zum Literaturnobelpreis 2009. Seit Anfang der 1990er Jahre gehört sie mit ihrem ebenso bewegenden wie bedrückenden Prosawerk zu den großen Figuren der internationalen Literaturszene. Ihre Bücher wurden in 50 Sprachen übersetzt. Zart und kraftvoll zugleich erzählt sie von den Verletzungen, denen Menschen in einem diktatorischen Regime ausgesetzt sind. Neben zahlreichen Essay- und Erzählbänden erschien zuletzt die Collagen-Sammlung "Vater telefoniert mit den Fliegen". Als ihr Meisterwerk gilt der im Nobeljahr erschienene Roman "Atemschaukel". Am heutigen Samstag wird Herta Müller 60 Jahre alt. Robert De Niro steht zu seinem Alter, zumindest auf der Leinwand. Der Hollywood-Star, der an diesem Samstag 70 Jahre alt wird, mimte zuletzt einen alternden Schürzenjäger mit grauweißem Bart, der mit Potenzmitteln nachhelfen muss. In der anzüglichen Hochzeitskomödie "The Big Wedding" lassen sich die Alt-Stars Diane Keaton, Susan Sarandon und De Niro auf allerhand sexuelle Verrenkungen ein. Ab November haut er in der Männer-Komödie "Last Vegas" auf den Putz. Als Comedy-Star machte De Niro in den letzten Jahren kräftig Kasse. Diese Slapstickauftritte sind jedoch Jahrzehnte und Welten von den Filmen entfernt, die De Niro zur Legende machten. Die Szenen, in denen er 1976 als einsamer "Taxi Driver" durch die düsteren Straßen New Yorks fährt, sind Kult. De Niro gilt seither als einer der größten Schauspieler Hollywoods - ein Experte für Außenseiter, gebrochene Charaktere und Menschen am Rande der Gesellschaft. Die Filme von Roman Polanski sind keine leichte Kost. Sie handeln von Satanismus, Gewalt und Flucht. "Macbeth" und sein zum Kultfilm gewordener Horrorstreifen "Rosemary\'s Baby" sind Stücke, die mit einem Blutbad enden und im Wahnsinn. In dem mehrfach preisgekrönten Film "Der Pianist" arbeitet Polanski das Trauma seiner Kindheit im Krakauer Ghetto auf. Der Tod begleitet den Regisseur seit vielen Jahren. 1969 wurde seine im achten Monat schwangere Frau von Anhängern der okkulten Manson-Sekte in Los Angeles auf bestialische Weise getötet. Seine Mutter, ebenfalls schwanger, war in Auschwitz umgekommen. 1977 verführt er im Haus von Jack Nicholson eine 13-Jährige mit Drogen und Champagner zum Sex. Um einem Prozess in Amerika zu entkommen, flüchtete er in die Schweiz und nach Frankreich. An diesem Sonntag feiert Polanski seinen 80. Geburtstag. dpa