Philharmonie: Schwanengesang eines Komponisten-Fürsten

Luxemburg · Im reichen Programm der Luxemburger Philharmonie ist dieses Konzert eine echte Kostbarkeit. Das Collegium Vocale Gent singt unter Philippe Herreweghe am Sonntag, 24. April, im Kammermusiksaal die "Bußtränen des heiligen Petrus" - den Schwanengesang von Orlando di Lasso.

Luxemburg. Er war im ausgehenden 16. Jahrhundert der berühmteste und wohl auch bedeutendste Komponist Europas. Die musikalische Handschrift von Orlando di Lasso (1532-1594) hat die Musikgeschichte der Renaissance geprägt wie keine andere. Am Sonntag, 24. April, 20 Uhr, erklingt in der Luxemburger Philharmonie der Schwanengesang des Komponisten, die "Bußtränen des heiligen Petrus" (Lagrime di San Petro).
Lasso hat unter diesem Titel 21 geistliche Madrigale zu je sieben Stimmen in drei Abteilungen zusammengefasst. Die Zahlensymbolik ist offenkundig - drei für die Dreifaltigkeit Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, sieben als Zahl Mariens. Und die äußerst seltene Siebenstimmigkeit nimmt Lasso zur Basis für einen schier unglaublichen Reichtum an musikalischen Bildern. Lasso schrieb die "Lagrime" 1593/94. Sie sind sein letztes Werk, das Resümee eines ganz großen Komponistenlebens. Die Luxemburger Aufführung verspricht zudem ein nachhaltiges Hörerlebnis zu werden. Mit dem Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe (Foto: dpa) tritt eine der bedeutendsten Vokalformationen überhaupt an. Philippe Herreweghe hat nicht nur in der Renaissancemusik Maßstäbe gesetzt, sondern sich auch als hervorragender Dirigent bei Bach, Bruckner und Mahler profiliert. mö
Sonntag, 24. April, 20 Uhr, Philharmonie: Orlando di Lasso Lagrime di San Pietro, Collegium Vocale Gent, Leitung Philippe Herreweghe. Gespräch mit dem Dirigenten um 19.15 Uhr.

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