1. Region
  2. Kultur

"Wie geil ist das denn bitte?"

"Wie geil ist das denn bitte?"

Bei der von ProSieben-Moderator Stefan Raab organisierten Fernseh-Musikshow "Bundesvision Songcontest" ist die Band Jupiter Jones aus der Nähe von Prüm in der Eifel am Samstagabend überraschend auf dem zweiten Platz gelandet. Der erste Fernseh-Liveauftritt vor Millionenpublikum mit neuem Sänger war damit ein Riesenerfolg für Jupiter Jones.

Göttingen. Sie sind für Rheinland-Pfalz angetreten und haben sensationell gepunktet, die Musiker der Rockband Jupiter Jones. Die Formation, die aus der Nähe von Prüm in der Eifel stammt, hat bei der vom Fernsehsender ProSieben organisierten Musikwettbewerbsshow "Bundesvision Songcontest" überraschend 14 weitere Einzelkünstler und Bands aus ganz Deutschland hinter sich gelassen und wurde bundesweit vom Publikum auf Rang zwei gewählt.Ein unglaubliches Jahr


"Ich bin die ganze Zeit eigentlich nur noch am Lachen. Das ist so unglaublich, was wir dieses Jahr geschafft haben", sagt Sascha Eigner, Gitarrist und Manager der Band, im Gespräch mit unserer Zeitung unmittelbar nach der Show in der Nacht zum Sonntag. "Ich meine: Wir hatten dieses Jahr einen Sängerwechsel und danach sehr viel Gegenwind bekommen. Es gab am Anfang so viele Menschen, die keinen Cent mehr auf uns gewettet hätten, und jetzt das."
Jupiter Jones war mit ihrem neuen Lied "Plötzlich hält die Welt an" angetreten. Der Song handelt vom Umbruch in der Band nach dem Ausscheiden des vorigen Sängers Nicholas Müller. Mit dem Neuen am Mikrofon, dem Eifeler Sven Lauer, kam die Band offenbar im ganzen Land sehr gut an. JJ-Gitarrist Eigner sagt, die Band sei überwältigt. "Wir sind vor Künstlern wie Marteria oder Andreas Bourani gelandet. Wie geil ist das denn bitte?"
Beim "Bundesvision Songcontest", der von Moderator Stefan Raab und dem Fernsehsender ProSieben vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, handelt es sich um einen nationalen Musikwettbewerb nach dem Vorbild des Eurovison Songcontest (früher Grand Prix Eurovision de la Chanson). Beim live im Fernsehen übertragenen "BuViSoCo" tritt pro Bundesland ein Künstler oder eine Band an, die Fernsehzuschauer wählen unter anderem per Telefonabstimmung am Ende ihre Sieger. Das Ergebnis der Abstimmung bestimmt dann die Punktevergabe pro Bundesland - wie beim europäischen Vorbildwettbewerb.
Die Eifeler Jungs erhielten überraschend 124 Punkte und landeten damit hinter dem Favoriten und Sieger, der Bremer Indie-Rock-Band Revolverheld mit dem Song "Lass uns gehen" (180, BuViSoCo-Rekord) und vor dem drittplatzierten Teesy mit "Keine Rosen" (R\'n\'B/Rap/Pop aus Sachsen-Anhalt, 102).
Der BuViSoCo in der Lokhalle in Göttingen war zum größten Teil geprägt von Mainstream-Musik und damit sehr poplastig. Ausreißer bei den ausschließlich deutschsprachigen Darbietungen machten zum Beispiel die saarländische Hiphop-Gruppe Inglebirds aus St. Ingbert - sie landeten mit einem an die Gruppe Deichkind erinnernden Auftritt am Ende auf Rang 14 von 16.
Stefan Raab, der zu Beginn "böse Rapper, liebe Rapper, Musikpoeten und Musikproleten" angekündigt hatte, inszenierte in der Show - besonders in Einspielern mit aufgezeichneten Interviews mit den Künstlern - vor allem sich selbst in gewohnter Manier. 1,44 Millionen Menschen (6,3 Prozent Marktanteil) sahen die Sendung am Samstagabend.
Im nächsten Jahr wird der Wettbewerb dann beim Sieger in Bremen ausgetragen.Extra

Die Band Revolverheld hat für Bremen mit historischem Vorsprung die zehnte Ausgabe von Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" gewonnen. Hier die Platzierungen aller 16 Kandidaten der Live-Show am Samstagabend: 1. Platz: Revolverheld, Bremen (180 Punkte) 2. Platz: Jupiter Jones, Rheinland-Pfalz (124 Punkte) 3. Platz: Teesy, Sachsen-Anhalt (102 Punkte) 4. Platz: Marteria, Mecklenburg-Vorpommern (101 Punkte) 5. Platz: Tonbandgerät, Schleswig-Holstein (87 Punkte) 6. Platz: Andreas Bourani, Bayern (81 Punkte) 7. Platz: Max Mutzke, Baden-Württemberg (58 Punkte) 8. Platz: Maxim, Nordrhein-Westfalen (46 Punkte) 9. Platz: OK Kid, Hessen (33 Punkte) 10. Platz: Nico Suave feat. Flo Mega, Hamburg (28 Punkte) 11. Platz: Duerer, Thüringen (25 Punkte) 12. Platz: Miss Platnum, Berlin (16 Punkte) 13. Platz: Sierra Kidd, Niedersachsen (15 Punkte) 14. Platz: Inglebirds, Saarland (12 Punkte) 15. Platz: Sebastian Hackel, Sachsen (10 Punkte) 16. Platz: Kitty Kat, Brandenburg (10 Punkte) dpa