Alle sollen mitmachen

HORATH. Seit eineinhalb Jahren ist Egon Adams Ortsbürgermeister von Horath. Die Themen, die ihm am Herzen liegen, sind Dorfentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Junge Familien sollen sich im Dorf wohl fühlen. Für Horaths Ortsbürgermeister, seit eineinhalb Jahren im Amt und selbst Vater dreier Kinder, steht das ganz oben auf der Liste seiner Ziele. Wie sonst könnte dem Problem rückläufiger Kinderzahlen effizient begegnet werden? Das Thema "Dorfentwicklung" ist Egon Adams daher wichtig. Die entscheidende Frage sei, so der 52-Jährige: "Wie machen wir unser Dorf attraktiv, so dass die Leute hier wohnen wollen und die Jugend im Dorf bleibt." Projekte wie der Kindergartenanbau oder das Neubaugebiet "Sonnenseite II" zielten genau in diese Richtung. Die bereits von seinem Vorgänger auf den Weg gebrachten Vorhaben seien nun in der konkreten Phase. Für den 2003 ins Gespräch gebrachten Anbau hofft die Gemeinde derzeit auf einen Zuschuss aus Mainz. Das Baugebiet, für das es bereits Anfragen gäbe, stehe vor der regulären Offenlage. Unabhängig davon hat die Gemeinde bereits ein anderes Projekt ins Auge gefasst. "Die jungen Familien wollen doch gern einen Spielplatz im Dorf haben", erklärt der Gemeinde-Chef, mit dem sich auch im Rat ein Generationswechsel vollzog. Bisher nutzen viele Familien Spielplätze in den Nachbardörfern. In geringem Maße wird auch der Spielplatz am Kindergarten frequentiert. Daher machen sich die Gemeindevertreter momentan Gedanken, wie der Wunsch vieler Bürger verwirklicht werden kann. Bei der Umsetzung von Projekten wie diesem hat Adams einen unbezahlbaren Trumpf in der Hinterhand: Die Leute seien verstärkt bereit, Eigenleistungen zu erbringen. So etwa bei Arbeiten in den Grünanlagen der Gemeinde wie an Kirche und Friedhof oder in und um die Hochwaldhalle. "Das spart der Gemeinde viel Geld", weiß der ausgebildete Betriebswirt (VWA) und Bilanzbuchhalter zu schätzen. Können diese Mittel doch so an anderer Stelle eingesetzt werden. "Es ist halt notwendig, dass etwas gemacht wird - auch wenn kein Geld da ist", ist Adam überzeugt. Damit sich die Horather ein besseres Bild davon machen können, was sich im Dorf so alles tun soll, will Adams bis zum Frühjahr zu einer Bürgerversammlung einladen. In dieser will Adams das neue Baugebiet vorstellen und die Diskussion über die künftige Entwicklung des Ortes und seiner Vereine anregen. Denn wichtig sei die Kommunikation: "Damit das nicht so einseitig ist." Daher könnten natürlich auch Bürger Themen auf die Tagesordnung bringen, ermuntert Adams zu Vorschlägen. "Wir wollen einfach ein bisschen offen sein", begründet er. Denn an der Entwicklung ihres Dorfes sollten alle beteiligt sein.

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