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Ausstellung Forbidden Gardens: Kunst oder Pornografie?

Ausstellung Forbidden Gardens: Kunst oder Pornografie?

Wirken die Bilder anzüglich oder ästhetisch? Bei den Arbeiten, die die Lieserer Künstlerin Mana Binz in der Gärtnerei Berg gezeigt hat, haben die Besucher nichts Anstößiges feststellen können.

Morbach. Auf reges Interesse ist die Ausstellung "Forbidden Gardens" mit Bildern von Mana Binz gestoßen. Drei Tage lang hat die Künstlerin aus Lieser die Kunstwerke auf Einladung des Morbacher Vereins Kunst im Gewächshaus in der Gärtnerei Berg gezeigt. Die Bilder wollte die Künstlerin eigentlich bei ihrer Ausstellung Forbidden Gardens in der Akademie Kues den Besuchern zeigen.
Nach einem Veto der Cusanus Trägergesellschaft Trier musste sie diese jedoch wieder abhängen. Grund sei, nach Aussage von Bins, die Darstellung nackter weiblicher Körper gewesen.
Kunsthistoriker Richard Hüttel ist bei der Vernissage auf die Themen Kunstfreiheit und Zensur eingegangen, der die Kunst schon immer unterworfen gewesen sei. Schon immer seien Details von Darstellungen nackter Körper übermalt worden, beispielsweise mit einem Feigenblatt.
Mit der Zeit habe sich auch die Auffassung des Begriffs Pornografie geändert. Ein nackter Körper werde heute nicht mehr als solche angesehen, sagt Hüttel. "Weltliteratur wie Madame Bovary ist heute für keinen Menschen mehr Pornografie" sagt er. Der Begriff lasse sich je nach individuellen Interessen auch instrumentalisieren.
Und sind die Gemälde von Mana Binz pornografisch? "Nein, beim besten Willen nicht", sagt Elisabeth Spies aus Longkamp beim Besuch der Vernissage. "Da ist nichts Pornografisches dran", sagt sie. Nahezu jeder der rund 500 Besucher der Ausstellung teilt diese Meinung, sagt Heiner Berg, Vorsitzender des Vereins.
Die Bilder hätten in der Akademie Kues hängen können. Doch sei die Gärtnerei Berg ein idealer Ausstellungsort für die gezeigten Kunstwerke. red