Boomendes Neubaugebiet beschert solide Finanzlage

Boomendes Neubaugebiet beschert solide Finanzlage

Die Entscheidung für die Ausweisung eines Neubaugebietes zahlt sich für Veldenz mehrfach aus. Das bereits größtenteils bebaute Areal beschert zusätzliche Bürger und die Verkaufserlöse machen sich positiv im Haushalt bemerkbar.

Veldenz. Die Schützlinge der Veldenzer Kindertagesstätte Grenzenlos sehen rosigen Zeiten entgegen. Demnächst beginnt die Erweiterung ihres Kindergartens, der gleichzeitig grundlegend saniert wird. 416 000 Euro investiert die Ortsgemeinde in das Vorhaben, das in erster Linie die Aufnahme von Kleinkindern sicherstellen soll. Neben diesem Mammutprojekt schlägt erneut der Straßenausbau im Ortsteil Thalveldenz zu Buche. Für Gehwege und Straßenbeleuchtung sind 38 500 Euro in den Haushalt eingestellt. Weitere 15 000 Euro muss die Gemeinde für Leuchten entlang der dorthin führenden K 90, die in diesem Jahr ausgebaut wird, beisteuern. Abgesehen davon soll die Sanierung des Bauhofs abgeschlossen werden. Für die Innenrenovierung und den Einbau stabiler neuer Tore sind 10 000 Euro vorgesehen. Einschließlich 5000 Euro für die Flutlichtanlage des Sportplatzes und 16 700 Euro für Fuhrpark und Maschinen summieren sich die geplanten Investitionen auf gut 500 000 Euro. Dank des zügig bebauten Neubaugebietes - von 29 Parzellen sind nur noch sieben zu haben - kann die Gemeinde den Betrag ohne Kredit finanzieren.
Allerdings ist Veldenz relativ hoch verschuldet - Ende 2010 mit rund 850 000 Euro. Umgelegt auf rund 960 Bürger bedeutet das pro Kopf 888 Euro bei einem Landesschnitt von 319 Euro. Ebenfalls unerfreulich ist, dass sich bei den Pflichtaufgaben ein Loch auftut. Bei 1 545 000 Euro Erträgen und 1 826 500 Euro Aufwendungen fehlen unterm Strich 281 500 Euro. Einem Großteil davon stehen aber keine realen Kosten gegenüber, sondern seit Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) zu buchende Wertminderungen des Gemeindevermögens (Abschreibungen). 2011 belasten sie mit rund 104 000 Euro. Positiv bemerkbar macht sich die anziehende Konjunktur. Allerdings sinkt parallel zum Anstieg der Einkommenssteuer die Unterstützung des Landes in Form von Schlüsselzuweisungen. Um bei den an Kreis und Verbandsgemeinde zu zahlenden Umlagen nicht draufzuzahlen, hat sich der Gemeinderat, der den Haushaltsplan einstimmig beschloss, für höhere Steuerhebesätze entschieden. Die Gewerbesteuer steigt von 350 auf 370 Prozentpunkte, die von Grund- und Hauseigentümern zu zahlende Grundsteuer B von 320 auf 340. Laut Kämmerer Günter Wagner können Betriebe die Mehrkosten bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Grundeigentümer belaste die Erhöhung mit jährlich zwölf bis 20 Euro pro Grundstück. urs

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