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Brüder retten Autofahrer aus der Mosel

Brüder retten Autofahrer aus der Mosel

Die närrischen Tage und der Alkoholkonsum haben ihre Schattenseiten: Vom Parkplatz an der Uferstraße in Wehlen (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist ein Autofahrer am Sonntagabend in die Mosel gefahren. Er trug einen Schock und eine Unterkühlung davon.

Wehlen. Es ist eine Horrorvorstellung: gefangen in einem Auto, das immer tiefer in kalten Wassermassen versinkt. Erleben musste das am Sonntag ein 24 Jahre alter Mann von der Mittelmosel. Gegen 19 Uhr stieg er in sein Auto, das an einer leicht abschüssigen Stelle in Fahrtrichtung Mosel stand. Noch ist unklar, warum er vom Parkplatz aus nicht den Weg nach Hause fand, sondern in der Mosel landete.
Doch er hatte Glück im Unglück: Zwei Brüder aus Wehlen, 33 und 35 Jahre alt, waren gerade auf dem Nachhauseweg vom Fastnachtsumzug in Graach und sahen von der Brücke aus die Rücklichter des Wagens, die aus dem Wasser ragten. Sie alarmierten die Polizei und liefen zu dem Auto. Mutig stiegen sie bis zur Brust ins eiskalte Wasser der Mosel. Da sich die Türen des Wagens nicht öffnen ließen, schlugen sie mit einem Stein die Scheibe der Fahrertür ein. Wie lange der Mann da schon im Fahrzeug saß, ist nicht bekannt. Allerdings schätzt Polizeihauptkommissar Axel Schnitzius, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel Kues, dass dieser schon einige Zeit in seinem Auto ausgeharrt hatte, das bereits voller Wasser und zwei bis drei Meter vom Ufer entfernt war. Die Brüder befreiten den Mann und brachten ihn ans Ufer, ein Rettungswagen fuhr ihn ins Krankenhaus. "Er hat keine sichtbaren Verletzungen davongetragen", sagt Schnitzius - wohl aber einen Schock und eine starke Unterkühlung. Weil die Polizei annahm, dass er unter Alkoholeinfluss stand, entnahm sie eine Blutprobe. uq