Demonstration am Zeller Krankenhaus gegen die Schließungspläne

Medizin : „Das Zeller Krankenhaus ist für uns unverzichtbar“

Rund 2000 Menschen demonstrieren am Sonntagmittag für den Erhalt der Klinik.

„Wir kämpfen für unser Krankenhaus.“ „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz.“ „Wir kämpfen für unsere gesundheitliche Versorgung.“ Rund 2000 Menschen, darunter viele Mitarbeiter und Ärzte, machten am Sonntagmittag auf dem Krankenhausgelände auf dem Zeller Barl deutlich: Die Insolvenz der Katharina-Kasper-ViaSalus-GmbH darf nicht zur Schließung der Zeller Klinik führen.

Mit zahlreichen Schildern zeigten sie ihr Anliegen. Zu lesen waren Sätze wie „Was sind wir den Krankenkassen wert?“ „Schlaganfall – das war es dann!“ oder „Versorgung vor Profit.“

Politiker aller Parteien stellten sich aufs Podium. Sie versprachen unisono: „Wir lassen euch nicht im Stich.“

Doch reicht das? Als ViaSalus-Sanierer Reinhard Wichels als erster ans Mikrofon trat, wurde es still. Er ist der entscheidende Mann, was die Zukunft des Krankenhauses betrifft. Und er sagte nichts Konkretes. Es gebe Veränderungsbedarf, man müsse die Wirtschaftlichkeit und die notwendige Versorgung der Menschen vor Ort „zusammenführen“. Nur einmal wurde er etwas präziser: „Nicht mehr alle Menschen in der Region können hier in Zukunft behandelt werden.“ Ein Hinweis darauf, dass es zu enormen Einschnitten kommt. Dass Krankenhaus-Mitarbeiter entlassen werden, hat er bereits mitteilen lassen.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell, Karl-Heinz Simon, sprach klare Worte: „Es geht hier nicht um die fünfte Klinik in einer Großstadt, es geht um die einzige Klinik für die Menschen im Zeller Land und darüber hinaus.“ Sollte das Krankenhaus geschlossen werden, hätten rund 14 000 Menschen einen Weg von mehr als 30 Minuten bis zum nächsten Krankenhaus der Grundversorgung. Simon appellierte an die Krankenkassen als Kostenträger, die Finanzierung von kleinen Krankenhäusern, wie in Zell, sicherzustellen. Und den Verantwortlichen von ViaSalus rief er zu. „Eine Schließung oder radikale Verkleinerung der Einrichtung darf auf keinen Fall das Ergebnis der Neustrukturierung sein.“

Und genau das ist das Anliegen der Menschen vor Ort. Sie wollen kein Gesundheitszentrum mit lediglich ein  paar Ärzten, sie wollen den Erhalt des Krankenhauses mit Betten, Fachabteilungen, Ärzten und mit Pflegepersonal.

Das machte auch der Initiator der Kundgebung, Christian Simon, deutlich. Und er lobte den großen Zusammenhalt: „Es geht hier um mehr als Parteipolitik, es geht um den Erhalt unseres Krankenhauses.“

Anke Beilstein, Vorsitzende der CDU Cochem-Zell, Benedikt Oster, Kreisvorsitzender der SPD, Herbert Drumm, stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler und Marco Weber, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, sagten ihre Unterstützung zu.

Markus Lütz, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung versprach: „Wir lassen unsere Mitarbeiter nicht im Regen stehen. Es geht uns um jeden einzelnen Arbeitsplatz.“

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