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Die Bornwiese in Bernkastel-Kues bekommt eine neue Zufahrt

Verkehr : Viel Verkehr und Ärger um ein Klettergerüst

Gewerbegebiet Bornwiese: Der Stadtrat Bernkastel-Kues entscheidet sich für neue Verbindung zwischen dem oberen und unteren Teil.

Die Entscheidung ist keine Überraschung. Der Stadtrat Bernkastel-Kues hat sich bei den Plänen für den Umbau der Bornwiese für die 1,8 Millionen Euro teure Variante entschieden, die schon im Bauausschuss favorisiert worden war. Hauptelement: Die Treppe, die  für Fußgänger ein Bindeglied  zwischen dem oberen und dem unteren Teil der Straße bildet, weicht einer sieben Meter breiten Fahrbahn und einem zwei Meter breiten Gehweg.

Der gesamte Verkehr fließt darüber in das Gewerbegebiet. Über ihn verlassen aber nur die Fahrzeuge, die die Berufsbildende Schule (BBS) und die Burg-Landshut-Schule angesteuert haben. Alle  anderen Fahrzeuge werden die Bornwiese  wie bisher verlassen.

Die Ausgangslage: An jedem Werktag sind circa 3000 Fahrzeuge in der 1,1 Kilometer langen Sackgasse unterwegs, davon mehr als 300 Lastwagen. An der Bornwiese haben neben den Schulen zwei Kellereien und eine Druckerei ihren Sitz. Alleine die BBS hat 1100 Schüler, von denen viele mit dem Auto kommen. Durch die Lastwagen, die vor allem an den Kellereien laden und abladen, kommt es bei der An- und Abfahrt regelmäßig zu kleinen Staus. Zudem die sind Bürgersteige oft vollgeparkt: Teilweise ist das aber  erlaubt. Durch die neue Verkehrsführung können, so Diplom-Ingenieur Christian Heck vom Ingenieurbüro Garth (Bernkastel-Kues), 104 Pkw-Parkplätze und 14 Lkw-Stellflächen geschaffen werden. Geplant ist im Bereich BBS/Burg-Landshut-Schule ein zusätzlicher Parkplatz für 90 Autos. Da der Kreis  Träger der Schulen ist, müsste er ihn bezahlen.

Der Kreis kommt noch bei einem anderen Punkt ins Spiel. Bei zwei Anliegerversammlungen nahm Burkhard Born als  Vertreter des Fachbereichs Gebäudemanagement teil. Die Schulleiter waren nicht eingeladen. Willi Günther (BBS) wusste vom dem ersten Termin nichts. Von dem zweiten habe er durch Zufall erfahren. Daran habe er auch teilgenommen. Burg-Landshut-Leiterin  Anne Schmitt hatte von beiden Versammlungen keine Kenntnis.

Beide Schulleitungen seien im Oktober 2017 über die favorisierte  Variante in Kenntnis gesetzt worden und hätten Lagepläne bekommen, erläutert Manuel Follmann, Pressesprecher des Kreises. Für den Fall offener Fragen sei ihnen ein Vorort-Termin angeboten worden. „Darauf wurde nicht zurückgegriffen“, sagt Follmann. „Um das einheitliche Auftreten des Landkreises zu gewährleisten, wurde die Teilnahme eines Vertreters der Kreisverwaltung in einem ersten Schritt als ausreichend erachtet“, erläutert er. Es sei auch  nicht um pädagogische oder organisatorische Fragen der Schulen gegangen.

Sie sei erst kurz im Amt, sagt Anne Schmitt. „Aus dem Plan konnte ich nicht ersehen, dass ein Teil des Schulhofes der Straße weichen muss.“ Ihr habe der Vergleich zwischen Gegenwart und Zukunft gefehlt. Jetzt müsse ein 11 000 Euro teures Klettergerüst, das im Dezember einbetoniert wurde, an einer neuen Stelle installiert werden. „Hätte ich vorher Klarheit gehabt, hätte man das verhindern können.“ Die Kosten für die Umsetzung solle der Kreis tragen, fordert sie.

Kollege Willi Günther ist schon ein paar Jahre länger als Schulleiter tätig. Auch er wäre froh, wenn er mehr miteingebunden wäre.

Die Treppe soll durch eine Fahrbahn ersetzt werden. Im Hintergrund links ist das Klettergerüst zu sehen, dass ihr weichen muss. Foto: Klaus Kimmling

„Unser Ansprechpartner ist Burkhard Born“, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port auf eine Frage von Ratsmitglied Jürgen Servatius, der die Informationspolitik moniert. Er hätte, sagt Port, kein Problem, wenn die Schulleiter mit am Tisch sitzen. „Aber das regelt der Kreis intern.“