Ehrenamtlicher Fahrdienst für Senioren

Ehrenamtlicher Fahrdienst für Senioren

Der noch junge "Piesporter Bürger Service" bietet einen Fahrdienst für Bürger, die ansonsten Mühe hätten, zum Arzt zu kommen. Momentan ist die Nachfrage allerdings noch etwas verhalten.

Piesport. Rund ein Dutzend Fahrer steht für den neuen Fahrdienst des "Piesporter Bürger Service" bereit. Das Angebot richtet sich an Senioren. Ihnen wird in einem ersten Schritt ermöglicht, zu ihrem Hausarzt in Neumagen-Dhron zu kommen.

Erster Fahrgast war Anneliese Später, die aus gesundheitlichen Gründen aufs Autofahren verzichtet. "Es ist doch schön, so etwas nutzen zu können", begrüßt sie die Initiative. Daher habe sie auch gleich beim Gemeindebüro angerufen, als sie von dem Angebot gehört habe.

Bisher sind allerdings nur ein halbes Dutzend Piesporter ihrem Beispiel gefolgt. Elke Seibel, eine der Fahrerinnen, wundert das verhaltene Interesse aber nicht: "Bei uns funktioniert im Moment die Nachbarschaft noch sehr gut - aber wir werden alle älter."

Nach Auskunft von Anne Holl, die mit Elke Seibel und Herbert Kirsten vom Gemeindebüro eine Art Leitungsteam bildet, wurde die Idee im Rahmen der Dorfmoderation geboren. Hauptanliegen der Initiative: "Das Dorf auch in 20 Jahren noch so lebenswert zu haben, wie es jetzt der Fall ist." Denn wer habe schon etwas von Dorfverschönerung, wenn keine Gemeinschaft da sei oder diese zu sterben drohe.

Die 64-Jährige sieht sie sich zudem geradezu in der Pflicht, sich einzubringen: "Wir sind die einzige Altersgruppe, die Zeit hat." Ortsbürgermeister Karl Heinz Knodt begrüßt das Engagement. "Es ist wichtig, dass es Freiwillige gibt, die sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen." Die Bevölkerung werde immer älter, und Angehörige seien tagsüber oft nicht da oder wohnten weiter weg. Versicherungstechnisch sind die Ehrenamtler auf eigenes Risiko unterwegs. Im Falle eines Unfalls müsste die Versicherung des Halters einspringen, erläutert Gisela Ringwald von der vom Land für Ehrenamtliche eingerichteten "Leitstelle Bürgergesellschaft und Ehrenamt". Schäden seien nicht durch die Sammelversicherung des Landes für Ehrenamtliche abgesichert. Das Land habe sich darum bemüht. Doch eine solche Versicherung wäre mit Prämien verbunden, die nicht finanzierbar seien.

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