Ein eingeschworenes Team

BERGWEILER. Jeden Sonntag Morgen, wenn andere noch gemütlich beim Frühstück sitzen, treffen sich die Mitglieder der Rettungshundestaffel Eifel-Mosel in Bergweiler bei Wind und Wetter zum Training. Obwohl für den Ernstfall geübt wird, haben Menschen und Hunde Spaß bei der Arbeit.

Nicht Druck oder Zwang ist das geeignete Mittel, um einen guten Rettungshund auszubilden, das macht die Pressesprecherin der Rettungshundestaffel, Tanja Morscheit, gleich deutlich. "Die Hunde sollen die Arbeit aus der eigenen Motivation heraus machen", erklärt sie die Vorgehensweise. Wie das funktioniert, zeigen die Hundeführer mit Rufus. Der junge Hund ist hoch motiviert und sucht mit großem Eifer nach dem "Opfer", das sich einige Meter weiter versteckt hat. Er ist noch in der Ausbildung und lernt zur Zeit, zum Opfer hinzulaufen und dann solange zu bellen, bis der Hundeführer da ist.Zur Belohnung ein Leckerli oder Spielzeug

Zur Belohnung gibt es für das Tier dann eine kleine Anerkennung, je nach Hund ein Leckerli oder ein Spielzeug. Geeignet sind als Rettungshunde nur solche, die einen ausgeprägten Spieltrieb und eine feine Nase haben. Außerdem ist ein gutes Sozialverhalten wichtig, damit die Hunde sich nicht gegenseitig bei der Arbeit ablenken. Zwei Jahre lang muss ein Hund die Ausbildung durchlaufen. Zur gleichen Zeit wird auch der Hundeführer ausgebildet. Während der Hund lernen muss, ohne Ablenkung nach Opfern zu suchen, lernt der Mensch, mit Karte und Kompass sicher umzugehen und auch die notwendigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe sowie Trümmerkunde, Stressbewältigung, Einsatztaktik und Funken. An diesem Sonntagvormittag geht es allerdings hauptsächlich um die Ausbildung der Hunde. Rufus hat mittlerweile Pause. Zwei bis drei Sequenzen werden mit jedem Tier geübt, dann kommt ein anderes dran. "Riecharbeit ist Schwerstarbeit für den Hund", erklären die Vereinsmitglieder. Dabei gibt es unter den Vierbeinern, zu denen Rassehunde genauso wie Mischlinge gehören, gelassene Exemplare und ganz eifrige. "Die schaffen sich tot", sagt Anne Bastgen, die mit Neo selbst einen arbeitsfreudigen jungen Hund in der Ausbildung hat. Dabei betont Tanja Morscheit, dass die Arbeit mit den Rettungshunden gar nichts mit Klischees von Fernsehhund Kommissar Rex zu tun hat. Ausgerüstet sind alle Rettungshunde mit einer Decke, die zum einen das Halsband ersetzt und zum anderen die Hunde schon von weitem kenntlich macht. Ein Glöckchen an der Decke zeigt dem Hundeführer auch, wenn der Blickkontakt verloren ist, dass der Hund noch auf der Suche ist. Von den derzeit 18 Hunden der Rettungshundestaffel Bergweiler sind fast immer 15 bis 16 bei der Übung dabei. Trainiert wird in der kalten Jahreszeit meist beim Sportplatz, man versucht aber auch in Absprache mit den Jagdpächtern in anderen Geländen zu üben, damit keine Routine aufkommt. Nicht nur die Vierbeiner müssen dabei Motivation zeigen, auch für die Hundeführer ist es keine leichte Aufgabe. "Etwas sinnvolles mit dem Hund machen", gibt Tanja Morscheit als Grund an, dass sie jeden Sonntag mit ihrem Hund erscheint. Außerdem wolle man Leuten helfen. Deshalb ist auch außerhalb der Übungszeiten stete Einsatzbereitschaft gefordert. Oft werden die Leute von der Rettungshundestaffel angefordert, wenn beispielsweise eine Person vermisst wird und deshalb ein größeres Gelände abgesucht werden muss. "Wir sind 24 Stunden am Tag erreichbar", erklärt Morscheit. Häufig sind auch weitere Strecken zum Einsatzort zurückzulegen. Das eigene Gebiet erstreckt sich mit einem Radius von 50 Kilometern rund um Wittlich. Wenn es aber darum geht auch andere Staffeln zu unterstützen, geht es auch weiter weg. Um diese Belastungen auch auf Dauer tragen zu können, muss das Team gut funktionieren.Teamgeist ist unerlässlich

"Es ist mehr als ein Hobby", bestätigt auch der Vorsitzende des Vereins, Herbert Müller. Viele unterschätzten die Zeit, die man aufbringen müsse. Man schaue erst mal mehrere Monate, ob jemand geeignet sei und gut zur Gruppe passe. Das sei ganz wichtig, denn Teamgeist ist unerlässlich. "Jeder sieht, wo er anpacken muss". Auch Tanja Morscheit bestätigt, dass der Erfolg der Gruppe zähle, wenn ein Mensch gefunden werde, egal wessen Hund nun die beste Spürnase hatte. Neben dem hohen zeitlichen Aufwand kommen auf die Mitglieder der Rettungshundestaffel noch einige Kosten zu. Ausrüstung, Kleidung und natürlich der Hund selbst müssen aus eigener Tasche gezahlt werden, die Einsätze sind grundsätzlich kostenfrei, deshalb ist der Verein auf Spenden angewiesen.