Geschichte: Ein Museum für Bruno Möhring

Geschichte : Ein Museum für Bruno Möhring

Traben-Trarbach will den berühmten Jugendstil-Architekten mit einer Dauerausstellung im Brückentor würdigen.

Er gilt als der bedeutendste Jugendstil-Architekt Deutschlands. Und er hat das Stadtbild von Traben-Trarbach maßgeblich geprägt. Bruno Möhring, der vorgestern 155 Jahre alt geworden wäre, soll in der Doppelstadt eine ganz besondere Würdigung erhalten. In dem ebenfalls von ihm erbauten Brückentor, dem vielfotografierten Wahrzeichen der Stadt, wird es bald eine Ausstellung über das Leben und Werk des Berliner Architekten geben. Bruno Möhring erhält somit erstmals in Deutschland ein eigenes Museum. Die ersten Exponate sind bereits da — unter anderem Fotos und Informationen der bedeutendsten Jugendstilbauten Möhrings, wie das Hotel Clauss-Feist (heute Hotel Bellevue), die Villa Huesgen, die Villa Breucker oder die Weinkellerei Julius Kayser (heute Buddha-Museum).

Die Dauerausstellung über Bruno Möhring — etwas Vergleichbares gibt es in ganz Deutschland nicht — soll am 24. März 2019 eröffnet werden. Am Dienstag dieser Woche fanden sich in der Brückenschenke die maßgeblichen Initiatoren des Projekts ein: Heidrun Bernitt, Diplom-Designerin aus Bernkastel-Kues, und Nils Georg, Manager im Jugendstil-Hotel Bellevue.

Heidrun Bernitt hat viel recherchiert, sie hat sich inzwischen ein kleines Netzwerk aufgebaut, um mehr über Bruno Möhring zu erfahren und vor allem, um zeitgeschichtliche Dokumente zusammenzutragen. Das ist kein einfaches Unterfangen, denn über Möhring gibt es nur wenig Schriftliches. Möhring war nicht nur Architekt von imposanten Gebäuden, er hat auch Gebrauchsgegenstände wie Möbel, Lampen und Vasen entworfen.

Bernitt hofft, einige solcher Gegenstände in der Ausstellung zeigen zu können. In Traben-Trarbach dürfte in manchen Häusern noch einiges aufzufinden sein. Einen Möhring-Originalschrank hat Heidrun Bernitt auftreiben können, er wird im Foyer der Brückenschenke eingebaut

Eine Ausstellung muss organisiert und beworben werden — darum wird sich zunächst der neu gegründete Förderverein für Ehrenamt und Kultur der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach kümmern, verspricht VG-Chef Marcus Heintel. Später soll für das Museum ein eigener Förderverein gegründet werden.

Die Stadt hat vor rund 18 Jahren knapp 300 000 Euro in eine Komplett-Renovierung des Innenbereichs der Brückenschenke gesteckt und dann erneut an einen Gastronomen verpachtet. Doch Anfang 2014 gab dieser auf, das Wahrzeichen der Stadt stand zunächst leer. Die zweite Etage mit dem wunderschönen Turmzimmer nutzt die Stadt noch als Trauzimmer für standesamtliche Hochzeiten. Die erste Etage hat ein Investor gepachtet, betreibt dort aber seit drei Jahren kein Restaurant mehr. Die Pacht läuft noch bis Ende 2019. Stadtbürgermeister Patrice Langer: „Wir müssen noch klären, ob wir für die Austellung bereits im kommenden Jahr diese Etage nutzen können.“

Vorgesehen ist, dass auch die Ausstellung der Casino-Gesellschaft Traben-Trarbach über die Geschichte des Weinhandels in der Stadt in die Brückenschenke umzieht. Derzeit befindet sie sich in einem Haus in der Moselstraße in Trarbach.