Historische Kulturscheune sieht jetzt aus wie neu

Historische Kulturscheune sieht jetzt aus wie neu

In den Dörfern der Gemeinde Kleinich wird ehrenamtliches Engagement noch groß geschrieben. Jüngstes Beispiel ist die in 300 unentgeltlichen Arbeitsstunden auf Hochglanz gebrachte Kulturscheune im Ortsteil Oberkleinich.

Kleinich. Wochenlang haben sich Männer aus allen Dörfern der Gemeinde Kleinich ehrenamtlich ins Zeug gelegt - mit einem sehenswerten Ergebnis. Denn die Kulturscheune an der Ortsdurchfahrt in Oberkleinich präsentiert sich nun schöner denn je. Das Fachwerk der Vorderfront, bisher unter Kunstschieferplatten versteckt, ist erstmals komplett freigelegt. Außerdem wurde das Mauerwerk fachmännisch verputzt und die Männer reparierten nebenbei etliche Kleinigkeiten in dem einst landwirtschaftlich genutzten Gebäude. So verfugten sie beispielsweise Backsteinmauern wie die eines alten Kamins neu und verpassten abschließend der gesamten Front einen frischen Anstrich.
300 Arbeitsstunden


Wie viele Stunden die insgesamt etwa ein Dutzend ehrenamtlichen Handwerker in und um das gemeindeeigene Gebäude arbeiteten, hat keiner notiert. Doch da sie sich dort seit April jeden Mittwochnachmittag für drei Stunden trafen, dürften unterm Strich etwa 300 Stunden zusammen gekommen sein, wie sie schätzen. Federführend zuständig war der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Kirchspiel Kleinich, der die Kulturscheune das ganze Jahr über auch bewirtschaftet. Denn in dem 2004 von der Gemeinde gekauften Gebäude finden nicht nur Familienfeiern statt, sondern auch Veranstaltungen wie der jährliche Adventsbasar des Vereins. Schon vor einigen Jahren wurde dafür - ebenfalls ehrenamtlich - eine zweite Scheunenebene zugänglich gemacht. Und kürzlich bauten sie eine von Bürgern privat gespendete Küchenzeile dort ein.
Längerfristig ist daran gedacht, in der Kulturscheune auch landwirtschaftliche Maschinen auszustellen, erklärt HVV-Vorsitzender Guido Stoffel. Er ist stolz auf die Kleinicher Männer, die der Scheune nun zu dem Aussehen verhalfen, das dem Verein seit Jahren vorschwebt. Denn bisher war nur an einem kleinen Teil der Front das schöne Fachwerk zu sehen. Im nächsten Schritt sind laut Stoffel noch weitere Arbeiten im Innern der Scheune vorgesehen. Vorstandskollegin Renate Kirst rückt die Leistung des Handwerkerteams wie auch früherer, inzwischen erkrankter oder verstorbener Aktiver ins rechte Licht: "Ohne diese Männer geht gar nichts - die sind immer da, wenn man sie braucht." Und das völlig unabhängig davon, ob handwerkliche Arbeiten anstünden oder ein Fest vorzubereiten sei. Es sei einfach schön, auf derart selbstverständliches Engagement zählen zu können. Denn nur so sei es möglich gewesen, praktisch jedes Jahr in der Kulturscheune etwas zu renovieren oder zu erneuern. urs

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