Jubelschreie zur Geisterstunde Drei Schlägereien, einmal Zelle und keine Alkoholfahrten

Jubelschreie zur Geisterstunde Drei Schlägereien, einmal Zelle und keine Alkoholfahrten

5000 Gäste, Partystimmung und ein friedlicher Ablauf: Die "Jesus Christ Birthday Party" lockte am Dienstagabend erneut die Massen nach Kröv. Probleme gab es keine, auch die Polizei war zufrieden.

Kröv. Fünf, vier, drei, zwei, eins - Jubelschreie zur Geisterstunde in Kröv: Während in dem großen Festzelt auf dem Mosel-Parkplatz unter der Weinbrunnenhalle "Kröver Nacktarsch" AC/DC's "Hells Bells" erklang, tobten die Massen im Zelt und in der Halle. Etwa 5000 zumeist junge Menschen feierten in den Heiligabend. Der Jugendclub Kröv hatte zur 15. "Jesus Christ Birthday Party" in und unter die Weinbrunnenhalle geladen.

Stimmung pur und abwechslungsreiche Musik für jedermann gab's: Vom Neue-Deutsche-Welle-Hit über aktuelle Dance-Titel bis zu Rock-Nummern war alles dabei.

Veranstalter ist "voll zufrieden"



Angesprochen waren beinahe alle Altersklassen - aber unter 16 Jahren und ohne Personalausweis wurde der Einlass verwehrt. Sechs Euro kostete der Eintritt, die Getränkepreise hielten die Organisatoren wie in den Jahren zuvor moderat.

Die Feier gilt in dieser Klasse als derzeit größte Party des Jahres an der Mittelmosel. Entsprechend aufwendig sind die Vorbereitungen (der TV berichtete). Zahlreiche professionelle Sicherheitskräfte sorgten an den Eingängen, im Zelt und in der Halle für Ordnung, die Feuerwehr hatte die Bundesstraße durch den Ort zur Einbahnstraße verwandelt und die Polizei war mit über 20 Einsatzkräften vor Ort. "Unser Ziel ist es, dass jeder, der heute zur Party anreist und wieder wegfährt, mindestens einmal an einer Polizeikontrolle vorbeifahren muss", erklärte Polizeihauptkommissar Klaus Herrmann von der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues und Einsatzleiter an diesem Abend. Dazu dienten Radar- und Standkontrollen rund um Kröv. Erster Polizeihauptkommissar Helmut Kaspar, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues, erklärte am Mittwochmorgen dem TV: "Um es vorweg zu sagen: Die Veranstaltung verlief aus polizeilicher Sicht ruhig." Das Einsatzkonzept mit Verkehrskontrollen, Radarkontrollen auf den Anfahrstrecken, starke Präsenz vor der Halle und im Ort sei voll aufgegangen (Polizeistatistik: siehe Bericht unten).

Marco Beth, der Vorsitzende des Jugendclubs Kröv, zog ebenfalls ein durchweg positives Fazit: "Es war alles super. Wir hatten überhaupt keine Probleme und sind voll zufrieden." Und auf der Internetseite des Jugendclubs zählte schon am Dienstagabend die Uhr runter: "... noch 365 Tage bis zur 16. Jesus Christ Birthday Party". Kröv. (sve) Die Polizei-Statistik der "Jesus Christ Birthday Party" fiel alles andere als schlimm aus. Die Radarkontrollen in Ürzig und an der Wolfer Brücke ergaben zwei Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und 17 Verwarnungen wegen zu schnellen Fahrens.

Im Laufe der Nacht kam es vor der Halle zu drei Körperverletzungen unter alkoholisierten jungen Leuten. Während zwei glimpflich verliefen, wurde in einem Fall einem jungen Mann eine Glasscherbe durchs Gesicht gezogen. Er musste vor Ort ärztlich versorgt werden. Das DRK hatte vier "Alkoholleichen" zu versorgen, eine Person fiel von einer Mauer und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Im Fall eines von der Polizei in Gewahrsam genommenen Mannes zeigt sich, wie weit diese Party doch bekannt ist: Ein 24-jähriger Mann aus der Pfalz, "der fast besinnungslos betrunken war" (Polizei), wurde zwei Mal ins DRK-Zelt gebracht, wo er dann randalierte. Kurzerhand nahmen die Polizisten den Mann mit zur Wache nach Bernkastel-Kues, wo er dann seinen Rausch in einer Zelle ausschlafen konnte.

Die Bekämpfung der Alkohol- und Drogenfahrten war das Hauptanliegen der Polizei. Im Rahmen der laufenden Kontrollen mit wechselnden Standorten wurden 19 Alkohol- und neun Drogentests durchgeführt. Es gab keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Im Klartext: keine Alkohol- oder Drogenfahrt. "Die Beamten stellten bei den sehr zahlreichen und zum Teil erheblich alkoholisierten Besuchern kein aggressives Verhalten fest, wie dies bei Veranstaltungen ähnlicher Art schon öfter zu beobachten war", sagte Helmut Kaspar, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. "Aus meiner Sicht war es ein gelungener Einsatz. Sicher haben auch die starken Polizeikräfte dafür gesorgt, dass die Veranstaltung einen insgesamt friedlichen Verlauf genommen hat."

Mehr von Volksfreund