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Neue Ideen zum Einkaufen auf dem Land gesucht

Gemünden/Hunsrück. Wie können sich Menschen im ländlichen Raum mit Lebensmittlen und Dingen des täglichen Bedarfs versorgen? Mit dieser Frage beschäftigen sich unter anderem Ortsbürgermeister, Lebensmittelhändler und Bürger zu einem Workshop heute um 18 Uhr im Bürgerhaus in Gmünden.

Gemünden/Hunsrück. Wie wird die Nahversorgung im ländlichen Raum in Zukunft aussehen? Gibt es eine Renaissance der kleinen Läden, oder fliegen Drohnen den Kopfsalat bald zum Küchenfenster hinein? Wie versorgen sich Menschen, die über kein Auto verfügen? Eine Lieferversorgung über das Internet ist mittlerweile zumindest in größeren Städten möglich, aber wo bleiben da regional produzierte und frische Produkte?
Produkte aus der Heimat



Mit diesen Fragen beschäftigen sich nun die Regionalmarke SooNahe und die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. In einer Machbarkeitsstudie soll dargestellt werden, wie die Nahversorgung im ländlichen Raum zukunftsfähig gestaltet werden kann. Im Hunsrück-Nahe-Raum vermarktet SooNahe seit Jahren wirtschaftlich erfolgreich regionale Produkte.
Um langfristig eine tragfähige Nahversorgung mit regionalen Produkten in ländlichen Regionen mit Kleinstgemeinden zu realisieren, wurde eine Modellregion ausgewählt, bestehend aus 29 Ortsgemeinden aus den Verbandsgemeinden Herrstein, Kirchberg, Kirn-Land, Rhaunen und Simmern. Die ausgewählten Orte haben alle gemein, dass sie über keine nennenswerten Geschäfte verfügen, mindestens 100 Einwohner haben und mehr als zwei Kilometer Luftlinie von einem Lebensmittelgeschäft, sei es Supermarkt oder kleines Dorfgeschäft, entfernt liegen.
Heute um 18 Uhr treffen sich Ortsbürgermeister, Lebensmitteleinzelhändler, Bäcker, Metzger, Hofladenbetreiber, Logistiker, Vertreter und Nutzer der Regionalmarke SooNahe und interessierte Bürger aus der Region im Bürgerhaus in Gemünden zu einem Workshop. Diskutiert werden soll über Möglichkeiten, wie eine langfristige Nahversorgung aufgestellt sein muss, um für Kunden und Unternehmer attraktiv zu sein.
Mobile Lieferdienste


Auf dem Workshop soll in Erfahrung gebracht werden, wie der aktuelle Status Quo der Nahversorgung in den Ortsgemeinden ist. Das heißt konkret: Wie versorgen sich die Bürger aktuell? Gibt es Organisationsformen wie Bürgerbusmodelle oder Nachbarschaftshilfe? Welche mobilen Lieferdienste fahren die Orte an?
Und vor allem gilt es zu erfahren, was die Bürger in Zukunft benötigen und wünschen, sprich: Was getan werden muss, um im ländlichen Raum eine gute Nahversorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs zu gewährleisten. Für die Machbarkeitsstudie sind lokale Experten und lokales Wissen aus den Orten der Modellregion unerlässlich.
Bürgerbeteiligung erwünscht


Daher sind alle interessierten Bürger eingeladen, an dem Workshop teilzunehmen und ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen. Für Vorläuferuntersuchungen und die Umsetzung der laufenden Studie zur Verbesserung der Nahversorgung im Hunsrück-Nahe-Raum hat die Wolfgang-und-Anita Bürkle-Stiftung aus Kirn einen Zuschuss überwiesen und weitere Unterstützung angekündigt.
Die Entwicklungsagentur erhofft sich von der Studie vor allem Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit der Ergebnisse in anderen Regionen. red
Anmeldung per E-Mail an wilhelm@soonahe.de , viola. rosbach@bischoff-u-partner.de sowie telefonisch: 0151/511 106 88