Rätsel des Alltags

Weiß der Teufel, wo die Leut' diesen Kram vorher versteckt haben, dachte ich dieser Tage, denn es war wieder mal Sperrmüll. Freitags wird der abgeholt, aber schon dienstags stand der erste ausgediente Sessel vor einem Haus.

Wilma fragte: "Sag mal, soll das jetzt so was wie Private Partnership sein, also Privatinitiative gegen fehlende Ruhebänke in unserer langen Straße?" Doch mittwochs sah die Welt schon anders aus, denn das Rausstellen des alten Sitzmöbels hatte Konsequenzen: Bettteile, Schränke, kaputte Fahrräder, Lampen plus jede Menge Kartons hatten sich dazugesellt. Letztere waren Tags drauf dann alle aufgerissen, dafür aber alles verschwunden, was aus Metall bestand. "Das sieht ja verboten aus!", ärgerte ich mich über die flachen Müllberge, die nun aussahen wie gleichzeitige im- und explodiert. "Genau das müsste sowieso verboten werden, zum Beispiel von der EU, sonst verbieten die doch auch alles." Ich war sauer, denn ich hatte schlecht geschlafen. Kein Wunder, wenn dauernd Autos vor der Tür halten und nicht nur auf den Müll, sondern auch in mein Schlafzimmerfenster geleuchtet wird. Wilma meinte nur, alles fange damit an, dass jemand seinen Kram rauszustelle: "Dann ziehen alle nach, weil keiner genau weiß, wann der Abfuhrtermin ist." "Um sich im Abfall-Ratgeber zurechtzufinden, da muss man ja mindestens Abitur haben!", schim pfte sie weiter. Nach Freitag, also dem erlösenden Termin, hatten wir übrigens noch weit übers Wochenende Freude, am übrig gebliebenen Rest-Müll, der verstreut das Straßenbild belebte, bis sich jemand erbarmte und ihn in die Mülltonne steckte. Warum das Zeug eigentlich von der Sperrmüllabfuhr nicht eingesammelt werden kann, wird uns wohl immer ein Rätsel des Alltags bleiben. Bis dann, Euer Wilbert hat jetzt auch ein Weblog: www.intrinet.de/blog/landeier