1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Wittlicher Adventskonzert abgesagt: Traditionsveranstaltung muss ausfallen - Wiederhören für 2016 versprochen

Wittlicher Adventskonzert abgesagt: Traditionsveranstaltung muss ausfallen - Wiederhören für 2016 versprochen

Für viele ist es ein lieb gewonnenes Ritual zur Vorweihnachtszeit: der Besuch des Wittlicher Adventskonzerts in der Synagoge. 26 Mal war das schon so. Jetzt kommt die erste Unterbrechung: Dieses Jahr muss die Veranstaltung krankheitsbedingt ausfallen.

Eigentlich war alles schon klar, der Termin vorgemerkt: Denn man konnte immer wirklich verlässlich sagen "alle Jahre wieder" laden Alexa Spielmann-Sips, Heinz Coen und Sebastian Langner, begleitet von wechselnden Musikern in die Synagoge, um ein besonders Adventskonzert zu geben. Die Wittlicher lieben das. 26 Mal gab es die Veranstaltung zur Vorweihnachtszeit bislang, regelhaft ausverkauft. Seit 1999 ist das so. Wegen des großen Interesses gab es bald zwei Konzertabende. Das Wiederhören und Wiedersehen mit den Wittlicher Musikern ist für viele eine feste Tradition geworden, auf die man sich schon im Vorfeld freute. Nun muss man sich noch länger freuen: nämlich bis zur Vorweihnachtszeit im nächsten Jahr.

Gut, wer 2014 dabei war: Damals kamen 350 Menschen zu den beiden zweistündigen Konzerten zum Advent in die Synagoge mit Alexa Spielmann-Sips, Tabea Mahler, Sebastian Langner, Barbara Görgen-Mahler, Michael Klink, Tobias Mahler, Heinz Coen und Walter Feltes als Moderator. Besonders gut kam das gemeinsame Singen von Liedern wie "Süßer die Glocken nie klingen" oder "Maria durch den Dornwald ging" an. Überhaupt ist eine gewisse Leichtigkeit des Angebotes ein Markenzeichen der Veranstaltung. Woran der Erfolg liegt? Sebastian Langner sagt: "Es scheint irgendwie einen Nerv zu treffen, erwärmt irgendwie die Seele. Wir bieten ja auch einen Querschnitt von Klassik bis Barock über Gospel bis zu modernen Arrangements. Ich finde es ist wichtig, dass die Menschen dann mit einem breiten Grinsen in die Adventszeit starten."

Da fällt es schwer, zum ersten Mal insbesondere dem Stammpublikum absagen zu müssen. Aber es geht nicht anders:
Heinz Coen, der Mann am Flügel, muss eine Operation auskurieren. Es kann nicht geprobt werden, es kann nicht gesungen und gespielt werden. Das bedauert der Kranke naturgemäß am meisten. Denn er hat schon alles vorbereitet: die Noten bestellt, ein Programm zusammengestellt und sich gefreut. Ersetzbar ist der Musiker der ersten Stunde nicht. Da bleibt Heinz Coen nur, positiv nach vorne zu blicken. Er verspricht: "Umso schöner wird es nächstes Jahr". Und dann alle Jahre wieder.