| 13:48 Uhr

Rettungskräfte
Fliegender Feuerwehr-Fahrzeugwechsel

Zwei von vielen Einsätzen 2018: Gefahrstoff-Unfall ...
Zwei von vielen Einsätzen 2018: Gefahrstoff-Unfall ... FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Alexander Thiel, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Prüm, hat das Investitionsprogramm für die kommenden fünf Jahre vorgelegt. Rund zwei Millionen Euro werden ausgegeben, vor allem für neue Autos. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Die Zahl der Feuerwehr-Einsätze in der Verbandsgemeinde (VG) Prüm steigt, gerade im laufenden Jahr: „Das ist definitiv so“, sagt Wehrleiter Alexander Thiel. Die freiwilligen Retter in den 52 Wehren hatten richtig viel zu tun – von Großbränden wie in Ellwerath bis zum Juni-Hochwasser und mehreren Gefahrgut-Unfällen auf der A 60, die in teils tagelangen, anstrengenden und komplizierten Bergungsaktionen endeten (der TV berichtete).

Vielleicht war es auch deshalb ein guter Zeitpunkt, als Thiel vorige Woche im VG-Rat das Investitionsprogramm für die kommenden fünf Jahre im Rat präsentierte. Es umfasst bis 2023 Ausgaben in Höhe von 2,08 Millionen Euro

... und der Großbrand in Rommersheim-Ellwerath.
... und der Großbrand in Rommersheim-Ellwerath. FOTO: Feuerwehr Prüm

Wenn aber einer Geld will, und zwar viel Geld, dann stehen meist die Bremser und Bedenkenträger auf der Matte. Das könnte auch für die Wehren gelten, die damit vor allem Autos finanzieren wollen – die auch noch so eckige Namen tragen wie „Mehrzwecktransportfahrzeug MZF 1“. Oder „Mittleres Löschfahrzeug mit Teilbeladung“. Oder „Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug HLF 20“.

Überschwemmt: Straße in Pronsfeld nach dem Juni-Hochwasser.
Überschwemmt: Straße in Pronsfeld nach dem Juni-Hochwasser. FOTO: Fritz-Peter Linden

Dafür entschuldigte sich Thiel dann auch gleich, als er den Fraktionen den Plan vorstellte. Für seinen Vortrag aber und für die beabsichtigten Ausgaben, musste er nicht um Abbitte ersuchen: Beides traf bei den Kommunalvertretern auf Zustimmung. Auch beim Bürgermeister: „Das sind alles vernünftige Dinge“, sagt Aloysius Söhngen.

Land unter: Der Alfbach verwandelte Anfang Juni die Landschaft bei Pronsfeld in einen See. Zwei Häuser standen unter Wasser.
Land unter: Der Alfbach verwandelte Anfang Juni die Landschaft bei Pronsfeld in einen See. Zwei Häuser standen unter Wasser. FOTO: Fritz-Peter Linden

Dazu zählen neue Fahrzeuge für die Wehren in Prüm, Schönecken, Büdesheim und Feuerscheid. Söhngen freut sich aber auch darüber, „dass nicht nur Neues verlangt wird“. Denn die Wehrleute haben sich sozusagen eine Fahrzeug-Jonglage ausgedacht. Motto: Was noch verwendet werden kann, wird weiter verwendet. Wenn auch nicht am alten Standort. So kommen Fahrzeuge aus Prüm nach Weinsheim und Rommersheim, ein Wagen aus Schönecken wechselt nach Winterspelt, und von dort wird wiederum ein Auto nach Habscheid verlegt.

Blitz und Donner über der Eifel: Damit (im Bild: Stadtkyll) fing das Unwetter am Vorabend des 1. Juni an.
Blitz und Donner über der Eifel: Damit (im Bild: Stadtkyll) fing das Unwetter am Vorabend des 1. Juni an. FOTO: Fritz-Peter Linden

Teuerster Posten: das „Hubrettungsfahrzeug HRF 23/12“. Dahinter verbirgt sich eine neue Drehleiter, die in drei Jahren für die Prümer Wehr gekauft werden und allein rund 775 000 Euro kosten soll. Grund: Der bisherige Wagen wurde 1992 gekauft und müsste spätestens 2022 generalsaniert werden. Dann ginge er aber in sein viertes Einsatzjahrzehnt. Insofern sei der Neukauf zu vertreten, sagt auch Lothar Bormann, der Prümer Wehrführer: „Welcher Unternehmer hat schon Maschinen, die 30 Jahre alt sind und muss damit Leben retten?“

Auch Schönecken erhält im übernächsten Jahr einen neuen, leistungsfähigeren Löschwagen, für 275 000 Euro. Grund: Der zweitgrößte Ort in der VG, sagt Thiel, habe sich in den vergangenen Jahren durch Unternehmens-Vergrößerungen, das Pflegeheim, das neue Gemeindehaus und Einwohnerzuwachs in eine höhere Risikoklasse hinaufentwickelt.

Stolze zwei Millionen Euro also, die aber nicht allein von der VG aufgebracht werden müssen: Peter Hillen, zuständiger Abteilungsleiter in der Verwaltung, hofft auf Zuschüsse vom Land in Höhe von 622 000 Euro, beim Kreis werde man weitere 200 000 beantragen. Die Verbandsgemeinde muss dann noch für 1,2 Millionen geradestehen.

Viel Geld für viel Gerät. Aber, sagt Peter Hillen: Erstens sei man froh, dass „wir auch Leute haben, die das bedienen“. Und vor allem: „Wir tun das ja nicht für die Feuwehrleute. Die tun das alles  für die Bürger – für uns.“