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Kultur
Klassik muss nicht schwer sein

FOTO: Frank Auffenberg (aff)
Prüm. Die sechsten Mozartwochen Eifel werfen ihre Schatten voraus. Der Trierische Volksfreund präsentiert wieder das Klassikfestival, das diesmal nicht in der Prümer Basilika, sondern in einem Ausweichquartier in Schönecken eröffnet wird. Von Frank Auffenberg

In alten Steinbrüchen wird - wie in Willwerath - gerne mal gerockt, vor dem Verbandsgemeinde-Rathaus wird beim Prümer Sommer gleich über acht Wochen alles gespielt, was die zeitgenössische Populärkultur so zu bieten hat. Der Eifeler an sich scheint seine Festivals sehr zu schätzen. Doch wie sieht es mit ernster Musik aus? Gar mit Klassik. „Naja, ernst ist immer so eine Sache. Klassische Musik muss ja nicht ernst sein, und der Erfolg der Mozartwochen Eifel zeigt, dass auch Zuhörer mit wenig Klassikerfahrungen so ein Konzert schätzen“, sagt Georg Mais. Bereits zum sechsten Mal übernimmt er die künstlerische Leitung der Mozartwochen Eifel, die am Sonntag, 28. Oktober, eröffnet werden.

„Allerdings diesmal nicht wie gewohnt in der Prümer Basilika. Der Innenraum ist ja momentan für die Sanierung komplett eingerüstet“, sagt Georg Sternitzke, Leiter der Tourist-Information Prüm und Chef des Mozartwochen-Organisationsbüros. Ein schönes Ausweichquartier habe man aber in direkter Nähe zu Prüm finden können. In der Pfarrkirche „Unserer lieben Frau“ in Schönecken werde diesmal das Klassikspektakel unter Leitung vom Regionalkantor Christoph Schömig eingeleitet. Neben der jungen Philharmonie Bonn und dem Kammerchor Westeifel werden Sabine Zimmermann (Sopran), Eva-Maria Wenz (Sopran), Romano Pfeiffer (Alt), Marc Dostert (Tenor) und Helmut Marmann (Bass) einen stimmgewaltig Auftakt bieten.

Gespielt werden in Schönecken Felix Mendelsohn Bartholdys „Der 95. Psalm“ sowie „Der 42. Psalm“ und Wolfgang Amadeus Mozarts „Vesperae solennes de Confessore“. „Als eigentliche Heimat der Mozartwochen darf man Prüm und die Region nicht vergessen. Wir sind uns sicher, dass auch in Schönecken das Eröffnungskonzert Anklang finden wird“, sagt Sternitzke.

„Seit den ersten Mozartwochen vor 16 Jahren sind die Konzerte richtige Publikumsmagnete. Wobei ich gern betone, dass Musik keine Grenzen kennt, erst recht keine Kommunalen“, sagt Mais. Wobei das Festival auch zum zweiten Konzert in der VG Prüm bleibt.

In der Evangelischen Kirche werden dann am Samstag, 10. November, Maximilian Randlinger (Flöte) und Irene Fenninger (Harfe) zeigen, wie der Unterschied zwischen einem großen symphonischen Konzert und einem kleinen Kammermusikabend aussehen kann. Randlinger und Fenninger geben mit Stücken vom Barock bis zur Mozartzeit einen Einblick in die Anfangsjahre der „Pop-Musik“. „Letztlich sind ja viele Stücke gerade Mozarts eigentlich eine eigene Form von populärer Musik – nur eben aus einer anderen Zeit“, sagt Mais.

Dass der Zauber der Klassik aber auch im Überwältigenden liegen kann, wird beim dritten Konzert im Altkreis Prüm bewiesen. Dann geht es nämlich erneut in die eher weniger intime Richtung der Klassik. In Waxweiler in der Kirche St.-Johannes-der-Täufer spielt das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter Leitung von Mais begleitet von Violinistin Dorothea Stepp Werke von Friedrich Schubert, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und seines Vaters Leopold. „Wie hier gibt es eigentlich bei jedem Konzert etwas Besonderes zu entdecken“, sagt Mais.

Karten sind unter anderem in der Tourist-Information Prümer Land erhältlich. Weitere Informationen zu den Konzerten unter: www.mozartwochen-eifel.de