Hochwasser : „Mehr als zehn Meter erwarten wir nicht“

Hochwasser : „Mehr als zehn Meter erwarten wir nicht“

Die Verwaltungen und Feuerwehren der Region bereiten sich auf ein drohendes Rekordhochwasser vor. Die Mosel in Trier hat am Freitagmorgen eine Pegelhöhe von acht Metern erreicht, am kommenden Wochenende rechnet die Berufsfeuerwehr mit zehn Metern. Wegen steigender Nebenflüsse sind etliche Feuerwehren seit gestern im Einsatz, darunter Saarburg, Neuerburg, Trier und an der Mosel.

(jp) „Das ist noch keine große Katastrophe, wird aber einige Einsätze erfordern“, sagt Feuerwehr-Dezernent Thomas Egger. Die Berufsfeuerwehr hat einen Führungsstab Hochwasser gebildet und an neuralgischen Punkten Sandsäcke deponiert. Auch der Landkreis Trier-Saarburg ist in Alarmbereitschaft und behält die Pegel an Saar, Sauer und Kyll genau im Auge.

Im Saarland hat Innenminister Stephan Toscani den Krisenstab der Landesregierung aufgerufen. „Nach den aktuellen Prognosen des Hochwassermeldezentrums könnten die Wasserstände an Saar und Blies hohe Pegel erreichen. Erste Scheitel sind für Freitagabend zu erwarten. Mit schädlichen Überflutungen in größerem Umfang ist zu rechnen“, sagte Toscani.

Meteorologe Dominik Jung von wetter.net spricht bereits von einem „neuen Jahrhunderthochwasser“. „Aufgrund der Wetterlage der nächsten sieben Tage ist ein weiterer Anstieg in schädliche Bereiche immer wahrscheinlicher. Auch die Pegelstände der beiden Jahrhunderthochwasser von 1993 und 1995 könnten an Rhein, Mosel, Main, Neckar und Nahe erreicht und überschritten werden", sagt der in Wiesbaden sitzende Klimaexperte. 1993 stand die Mosel in Trier bei 11,28 Meter.

Einer solchen Entwicklung widerspricht ein Trierer Experte allerdings mit Nachdruck. „Das ist völlig überzogen und regelrecht inkompetent“, sagt Michael Schuhmacher vom Hochwassermeldezentrum Trier. „Solche auf keinerlei nachvollziehbaren Daten beruhenden Hiobsbotschaften sorgen für unnötige Beunruhigung der Anlieger.“ Nach Ansicht von Schuhmacher werde der Pegel der Mosel am Sonntag auf einen Wert zwischen neun und zehn Meter steigen. „Mit weiteren Anstiegen rechnen wir nicht.“