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Klotten: Achterbahn darf nicht fahren – Stand der Todesermittlungen​

Tödlicher Unfall : Klotti-Achterbahn steht immer noch still – Das ist der Stand der Ermittlungen

Nach dem tödlichen Unfall im Wild- und Freizeitpark Klotten wurde die Achterbahn vorläufig stillgelegt. Es sieht nicht so aus, als könnte sie kurzfristig wieder in Betrieb gehen.

Fast zwei Wochen nach dem tragischen Todesfall in Klotten darf die Achterbahn noch nicht wieder fahren. Das erklärte der zuständige Landkreis Cochem-Zell am Donnerstag, 18. August. Demnach ist die Anlage in dem Freizeitpark, der meist nur als Klotti-Park bezeichnet wird, bisher nicht durch den TÜV kontrolliert worden. Eine technische Überprüfung ist aber zwingend erforderlich, wenn sich in einem Fahrgeschäft ein Unfall mit Personenschaden ereignet hat. Der Betrieb der Achterbahn bleibt deshalb weiterhin untersagt.

In dem Freizeitpark im rheinland-pfälzischen Klotten war am 6. August eine Saarländerin zu Tode gekommen. Die 57-jährige Frau war während der Fahrt aus der Achterbahn des Parks geschleudert worden. Eine Reanimation an der Unfallstelle blieb erfolglos. Die Frau starb noch vor Ort.

Laut der Auskunft des Kreises Cochem-Zell stimmt sich die Kreisverwaltung derzeit mit der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH ab. Der Umfang der Sachverständigenprüfung ist noch zu klären. Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord sei als bauaufsichtliche Fachbehörde mit eingebunden. Der Kreis kann keine Angaben dazu machen, wie viel Zeit die Prüfung beanspruchen wird. Besucher des Klotti-Parks können demnach nicht damit rechnen, dass die Anlage sehr schnell wieder zur Verfügung steht.

Ermittlungen zur Unfallursache in Klotten gehen weiter

Auch die Staatsanwaltschaft Koblenz ist weiter mit dem Fall beschäftigt. Ein Sachverständigengutachten, das kurz nach dem tödlichen Unfall in Auftrag gegeben wurde, liegt noch nicht vor. Es werden außerdem noch weiter Unterlagen ausgewertet. Deshalb gibt es keinen neuen Sachstand, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Nach wie vor gibt es keinen Anfangsverdacht für eine Straftat im Zusammenhang mit dem Todesfall im Wild- und Freizeitpark Klotten.

Wie Besucher die Achterbahn im Klotti-Park erlebt haben

Es bleibt zunächst unklar, ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen für den Unfall verantwortlich sein kann. Die Tochter der verunglückten Saarländerin saß im gleichen Waggon der Achterbahn und versuchte noch, ihre Mutter festzuhalten. Das hatte eine frühere Nachbarin von der Tochter erfahren und gegenüber dem Fernsehsender RTL mitgeteilt. Aus den weiteren Schilderungen ging jedoch nicht hervor, was während der Fahrt mit der Achterbahn tatsächlich passiert ist.

Zwei Besucher des Klotti-Parks, die am Tag des Unglücks mit der Achterbahn gefahren sind, berichteten gegenüber Volksfreund.de von ihren Erfahrungen. Sie werfen dem Personal vor, dass vor den Fahrten niemand per Hand kontrolliert hat, ob die Sicherheitsbügel richtig sitzen.

Freizeitpark in Klotten ist wieder geöffnet

Die Achterbahn darf nicht fahren, der Klotti-Park ist aber seit dem 9. August wieder geöffnet. Einen Tag später wurde öffentlich, dass der Kreis Cochem-Zell den Betrieb unterbunden hat. Anlässlich der Wiedereröffnung erklärte der Klotti-Park auf seiner Website zunächst, die Achterbahn dürfe wieder in Betrieb gehen. Demnach wäre der Stillstand bis zu einer TÜV-Kontrolle eine freiwillige Maßnahme gewesen. Dieser Hinweis wurde einige Tage später von der Website entfernt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tödliches Unglück im Klotti-Park