1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfälzer werden älter und heiraten später

Rheinland-Pfälzer werden älter und heiraten später

Eine statistische Zeitreise durch sieben Jahrzehnte: Wie sich Gesellschaft, Staat und Wirtschaft entwickelt haben.

Foto: ARRAY(0x19253170)
Foto: ARRAY(0x1b35eb00)
Foto: ARRAY(0x1af7ea70)

Bad Ems (dpa) Heiratsalter, Weinanbau, Lebensalter - in 70 Jahren Rheinland-Pfalz hat sich so einiges an Rhein und Mosel verändert. Eine statistische Zeitreise durch das Land:HEIRATSALTER Paare in Rheinland-Pfalz heiraten immer später. War eine Frau bei ihrer Hochzeit 1950 durchschnittlich 25 Jahre alt, sind Bräute heutzutage etwa 30 Jahre alt. Auch das Heiratsalter der Männer hat sich in diesem Zeitraum erhöht: von 28 auf 33 Jahre.HOCHZEITEN Generell heiraten heutzutage weniger Menschen als früher. Seit 1950 ist die Zahl der Hochzeiten pro Jahr von 33 000 auf rund 20 000 zurückgegangen. In den vergangenen zehn Jahren ist diese Zahl aber konstant geblieben.HAUSHALTE Die Zahl der Privathaushalte hat sich seit der Gründung von Rheinland-Pfalz von gut 900 000 auf knapp zwei Millionen fast verdoppelt. Dafür wohnen in jedem Haushalt immer weniger Menschen: Während fünf oder mehr Menschen nur noch sehr selten zusammenwohnen, stieg die Zahl an Ein- und Zwei-Personen-Haushalten deutlich.WOHNUNGEN Je mehr Menschen alleine oder zu zweit wohnen, desto stärker steigt auch der Bedarf an Wohnungen. Seit 1950 hat sich die Anzahl an Wohnungen von gut 700 000 auf knapp zwei Millionen fast verdreifacht. Auch größer sind die Wohnungen geworden: Hatte jeder Rheinland-Pfälzer 1950 im Durchschnitt knapp einen Raum zur Verfügung, sind es heute etwa 2,5 Zimmer.KRANKENHÄUSER Auch die Gesundheitsversorgung hat sich stark verändert. Versorgte ein Krankenhausarzt 1950 knapp 4000 Patienten, muss er sich heute nur noch um etwa 500 Menschen kümmern. Die Zahl der Krankenhäuser ist zurückgegangen: Waren es 1950 noch 227 Kliniken, werden Patienten wegen Schließungen und Zusammenlegungen heute nur noch in 145 Häusern behandelt.LEBENSALTER Die Rheinland-Pfälzer erreichen mittlerweile immer häufiger ein hohes Alter. Die Zahl der 75- bis 80-Jährigen hat sich seit 1950 vervierfacht. 90 Jahre oder noch älter wurden 1950 nur etwa 1000 Leute, heutzutage sind es etwa 37-mal so viele.ABITUR Deutlich in die Höhe gegangen ist der Anteil der jungen Menschen, die die Schule mit dem Abitur in der Tasche verlassen. 1950 war das nicht mal jeder Zehnte, heute ist es etwa jeder Vierte. Parallel zu den steigenden Abiturientenzahlen beginnen auch immer mehr Leute ein Studium: Im Wintersemester 1950/1951 waren knapp 6000 Studenten eingeschrieben, im vergangenen Studienhalbjahr 2016/17 waren es rund 122 000.AUTOS Mobiler sind die Rheinland-Pfälzer in den vergangenen 70 Jahren auch geworden. Auf 1000 Einwohner kommen heutzutage knapp 600 Autos, 1950 besaßen nur zwölf von 1000 Menschen einen eigenen PKW. Entsprechend stark ist das Autobahnnetz seit 1950 ausgebaut worden: von 135 auf 877 Kilometer.TOURISTEN Seit 1950 hat sich Rheinland-Pfalz zu einem Reiseland gemausert. Besuchten damals rund 1,3 Millionen Übernachtungsgäste pro Jahr das Bundesland, kommen heute knapp zehn Millionen Menschen jährlich nach Rheinland-Pfalz, die über Nacht bleiben. Die Zahl der Übernachtungen stieg von etwas mehr als vier Millionen auf 25 Millionen pro Jahr.WEINLAND Ein Grund für den wachsenden Touristenstrom könnte der rheinland-pfälzische Wein sein - in keinem anderen Bundesland wird so viel Wein hergestellt wie hier. Insgesamt hat sich die Anbaufläche seit 1950 von 33 000 Hektar auf 62 000 Hektar fast verdoppelt. Wurde bis in die 1990er-Jahre hinein wenig Rotwein getrunken, werden heute in knapp 30 Prozent der Weinberge rote Rebsorten angebaut.BAUERNHÖFE Der Wirtschaftsbereich, der sich in den vergangenen 70 Jahren am deutlichsten verändert hat, ist die Landwirtschaft. Immer mehr Bauern gaben ihre Höfe auf, deren Flächen von den verbliebenen Landwirten übernommen wurden. Von den 212 000 Betrieben aus dem Jahr 1950 sind mittlerweile nur noch rund 18 000 Höfe übrig.