Sechsmal Gold Extra

Die Mosel ist nur das fünftgrößte deutsche Weinanbaugebiet. Bei den Spitzenqualitäten ist sie aber ganz vorne dabei.

Frankfurt. (cb) Da sind Geruchs- und Geschmacksnerven gefragt! 4200 Weine und Sekte von 500 Betrieben aus allen 13 deutschen Anbauregionen haben die Tester der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in diesem Jahr probiert. Etwa Dreiviertel dieser Erzeugnisse stammen aus dem Jahrgang 2006. Die meisten Tropfen (946) stellten Betriebe aus der Pfalz, gefolgt von Württemberg (719), Rheinhessen (667), Baden (595) und Franken (394). Die Mosel war mit 316 Weinen und Sekten vertreten.Um die Zahlen einordnen zu können, müssen die Größenrelationen bekannt sein. Das Anbaugebiet Rheinhessen beispielsweise ist rund 26 000 Hektar groß, die Pfalz besitzt 23 000 Hektar Rebfläche, Baden 16 000. An Mosel, Saar und Ruwer sind es dagegen nur circa 9000 Hektar.257 Prämierungen für die Mosel

Dementsprechend gab es für die Pfalz auch die meisten Auszeichnungen. 728 Erzeugnisse erhielten Gold extra, Gold, Silber oder Bronze. Für Württemberg gab es 604, für Rheinhessen 530, für Baden 513 Auszeichnungen. Die Mosel freut sich über 257 Prämierungen. Guido Oppenhäuser, Pressereferent der DLG, bringt die Zahlen in Relation. "Die Mosel hat sehr gut abgeschnitten", sagt er. Immerhin erhielten sechs Weine beziehungsweise Sekte die höchste Auszeichnung, Gold extra: Loersch-Eifel, Leiwen; Erben von Beulwitz, Mertesdorf; Leo Fuchs, Pommern; Saar-Mosel-Winzersekt GmbH, Trie; Albert Kallfelz, Zell. Die wesentlich größere Pfalz erhielt neunmal Gold extra, das noch größere Rheinhessen acht. Zudem heimste die Mosel 74 Goldmedaillen ein. Auch hier schneidet sie im nationalen Vergleich mit am besten ab. Teilnahme ist mit Auflagen verbunden

Der Blick auf die Teilnehmer von der Mosel zeigt, dass die meisten nicht zu denen gehören, die in Weinführern und Weinzeitschriften rauf- und runtergebetet werden. Viele der Top-Betriebe nehmen auch nicht an der Landeswein-Prämierung teil. Die ist aber Voraussetzung für den Bundeswettbewerb. Anderen reiche die Teilnahme an der Landeswein-Prämierung, erläutert Gerd Knebel, Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel. Die Erklärung: Wenn die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs veröffentlicht werden, sind in vielen Betrieben die Keller bereits weitgehend leer. Die mit Kosten verbundene Teilnahme (109 Euro pro angestelltem Wein) lohne nicht mehr. In erster Linie, so Knebel, lohne sie sich für große Betriebe.Doch es gibt Ausnahmen: Das Weingut Philipps-Eckstein aus Graach (3,3 Hektar) holte siebenmal Gold, das Weingut Rebenhof aus Ürzig (4,5 Hektar) heimste sechs Goldmedaillen ein, das Weingut Karl Erbes aus Ürzig (vier Hektar) holte viermal Gold. Spitzenergebnisse auch für Mosel-Sekte: Dabei tun sich die Saar-Mosel-Winzersekt GmbH Trier und das Wein- und Sektgut St. Laurentius (Leiwen) hervor.

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