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TV-Wetterfrosch Dominik Jung: Dienstag Verschnaufpause, danach kann's schon wieder krachen

TV-Wetterfrosch Dominik Jung: Dienstag Verschnaufpause, danach kann's schon wieder krachen

Verglichen mit anderen Gebieten Deutschlands kam die Region Trier bei den Unwettern der vergangenen Tage noch glimpflich davon. Woran lag's? Und was ist in diesem Sommer wettermäßig noch zu erwarten? Das hat TV-Redakteur Rolf Seydewitz den Wiesbadener Wetterexperten Dominik Jung gefragt.

Die wichtigste Frage vorab: Was haben wir in der Region Eifel-Mosel-Hunsrück diese Woche unwettermäßig noch zu erwarten?
Jung: Es kann rasch wieder losgehen. Die einzige Verschnaufpause sehe ich am Dienstag. Da ist es ein bisschen ruhiger, aber nicht schön. Viele Wolken sind unterwegs. Die Temperaturen bewegen sich um die 16 Grad.

Und die Tage danach?
Jung: Mit dem meteorologischen Sommerbeginn am Mittwoch wird es wieder schwül. Und zum Abend hin kann es in der Region wieder die ersten Schauer und Gewitter geben. Ähnlich wird's am Donnerstag: schwül, immer wieder die Gefahr von Schauern und Gewittern, die lokal auch wieder Unwetterpotenzial haben können. Freitag, Samstag, Sonntag geht es bei 22 bis 24 Grad so weiter.

Wenn Sie das derzeitige Wetter einordnen müssten: Fällt es eher in die Kategorie "normal", also kann schon mal vorkommen, oder ist es eher außergewöhnlich?
Jung: In Trier kamen in den vergangenen Stunden 25 Liter pro Quadratmeter runter, das kommt bei Starkregenfällen schon mal vor. Teilweise war es aber auch ziemlich üppig: Auf dem Hahn fielen innerhalb von zwölf Stunden 61 Liter Regen, Richtung Simmern waren es sogar 70 Liter. Das ist normalerweise die Niederschlagsmenge pro Monat.

Wie kam es zu diesen enormen Regenmengen pro Quadratmeter?
Jung: Wie hatten ein Tief mit Namen Elvira, das zunächst über dem Atlantik lag und dann über Frankreich zu uns kam. Dieses Unwettertief brachte schwülwarme und feuchte Luft in den Westen und Süden Deutschlands. Das hat den Gewittern richtigen Auftrieb und Schub gegeben.

Was ist von amerikanischen Wettermodellen zu halten, die für Deutschland in diesem Jahr erhebliches Unwetterpotenzial voraus gesagt haben?
Jung: Die Modelle haben vor einigen Wochen für Deutschland ei nen Gewittersommer prognostiziert. Die Annahme ist, dass durch Deutschland im Sommer immer mal wieder eine Luftmassengrenze verläuft. Auf der einen Seite ist es sehr warm, auf der an deren eher kühl. Dadurch bilden sich dann heftige Gewitter. Allerdings ist es für den mitteleuropäischen Sommer typisch, dass er eher wechselhaft ist. Die großen Temperaturunterschiede und Unwetter der vergangenen Tage waren aber eher nicht alltäglich. Hoffen wir mal, dass es nicht so weitergeht.

Inwiefern haben die Wetterkapriolen etwas mit dem Klimawandel zu tun?
Jung: Schwer zu sagen. Eigentlich hieß es ja, dass die Sommer immer heißer und trockener wer den. Wenn ich mir die vergangenen und die vor uns liegenden Tage anschaue, kann von heiß und trocken keine Rede sein. Ich würde daher zunächst einmal eher von einer Wetterkapriole sprechen.

Wie wird denn nun unser Sommer im Südwesten?
Jung: Hoffentlich wieder schön. Der Trend deutet auf einen Durchschnittssommer hin, also: normal bis leicht zu warm temperiert. Ein zu kalter Sommer ist eher unwahrscheinlich. sey