| 21:07 Uhr

Der Berg bröckelt

Ironie der Natur: 24 Stunden vor dem Tag des offenen Denkmals rutschte der Fels und blockiert seither das Saarburger Mühlenmuseum.Foto: Monika Kewes
Ironie der Natur: 24 Stunden vor dem Tag des offenen Denkmals rutschte der Fels und blockiert seither das Saarburger Mühlenmuseum.Foto: Monika Kewes
SAARBURG. Seit einigen Tagen liegen die Felsen in der Saarburger Altstadt Bürgermeister Jürgen Dixius im Magen. Ein Fels ist abgerutscht, weitere sind locker. Ein Geologe prüft inzwischen, wie die Felswand gesichert werden kann. ARRAY(0x1a0eb2b0)

Am Samstag, 11. September, machten sich gegen Mittag kleine Vorboten auf den Weg hinab von der Schieferwand vor den Eingang der Hackenberger Mühle. Kleine Steine hatten sich aus der steilen Wand gelöst. Die Mitarbeiter des Museums riefen Bürgermeister Dixius an, der mit Hinblick auf den Tag des offenen Denkmals am 12. September beschloss, das Mühlenmuseum aus Sicherheitsgründen zu schließen. Noch am gleichen Abend brach ein großer Brocken aus dem Schieferfels heraus, der den Eingang der Hackenberger Mühle noch immer verschließt. Seitdem ist das Museum, das die Stadt von Familie Hackenberger gepachtet hat, geschlossen. Voraussichtlich wird das Museum auch im Oktober keine Besucher empfangen. Zu hoch ist das Risiko, dass sich weitere Steine aus dem Hang lösen. Die Stadtverwaltung Saarburg hat inzwischen einen Geologen beauftragt, den Zustand des Felsens zu überprüfen und Vorschläge zur Absicherung der Felswand zu machen.Wasser sprengt den Felsen

Erstes Ergebnis: Durch den Bewuchs bilden sich kleine Spalten, in die Schluff (feiner Sand) und Wasser eindringen. Bei Temperaturschwankungen, speziell bei Frost, löst das eingedrungene Wasser regelrechte Sprengungen aus, so dass sich Steine und Felsbrocken ihren Weg hinunter in die Altstadt bahnen. Der Geologe habe bereits weitere lose Schieferplatten entdeckt, so Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Er werde noch weitere Untersuchungen vornehmen und der Stadt bis Ende nächster Woche ein Gutachten mit Sicherungsempfehlungen vorlegen. Bislang ist noch nicht klar, welche Sicherungsarbeiten und welche damit verbundenen Kosten auf die Stadt Saarburg zukommen werden. Derzeit rechnet Bürgermeister Dixius mit allem: Von größeren Verbauungsmaßnahmen bis hin zu einem sichernden Drahtgeflecht reicht die Palette möglicher Varianten. Darüber wird der Bauausschuss nach Erhalt des geologischen Gutachtens bei einem Ortstermin im Oktober abstimmen. Bereits vor einigen Jahren haben abrutschende Felsen die Saarburger Stadtväter beschäftigt. Damals waren nahe der Burg Steine von einem Hang gebröckelt. Länger als ein Jahr dauerte die Sanierung an und kostete die Stadt mehr als 90 000 Euro.