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Stadtentwicklung
Große Pläne für Saarburgs Wahrzeichen

Derzeit wird der Fugenmörtel der Burgfriedmauern erneuert. Im Vordergrund des Bildes ist die Abdeckung des Brunnens zu sehen.
Derzeit wird der Fugenmörtel der Burgfriedmauern erneuert. Im Vordergrund des Bildes ist die Abdeckung des Brunnens zu sehen. FOTO: Marion Maier
Saarburg . Die Stadt hat einiges mit ihrer Festung vor. Sie soll weiter saniert und für Besucher attraktiver gestaltet werden. Zudem wird ein behindertengerechter Zugang geprüft. Von Marion Maier
Marion Maier

Die Saarburger Burgruine, deren Anfänge ins zehnte Jahrhundert zurückreichen, ist immer noch eine imposante Erscheinung. Dennoch: Das Alter hat den Mauern kräftig zugesetzt. In Teilen waren sie sogar einsturzgefährdet.

Die Sanierung Deshalb hat bereits 2002 die  Sanierung der Ruine begonnen. Zwei Millionen Euro hat sie bereits verschlungen, 625 000 Euro davon hat die Stadt Saarburg gezahlt. In der Summe enthalten sind die 350 000 Euro für den derzeit laufenden sechsten Bauabschnitt. Gefördert von Bund, Land und Kreis wird der stadtseitige Teil des Burgfrieds mit Turm saniert. Das bedeutet, der alte Fugenmörtel  – oder das, was von ihm übrig blieb – wird ersetzt durch einen neuen kalkhaltigen Mörtel, der zunächst aussieht wie neu, aber auch bald verwittert.

Geplant ist, dass die Sanierung in die siebte Runde geht. Dann wird der restliche Teil des Burgfrieds Richtung Niederleuken erneuert. Geschätzte Kosten: ebenfalls 350 000 Euro. Der Ausschuss für Kultur, Jugend und Sport des Stadtrats hat die Verwaltung nun mit der entsprechenden Planung beauftragt. Er hat die Verwaltung ebenfalls aufgefordert, Zuschussanträge zu stellen.

Große Teile der Mauer um die Saarburg wurden bereits saniert.
Große Teile der Mauer um die Saarburg wurden bereits saniert. FOTO: Marion Maier

Die Aufwertung Nicht nur saniert werden soll das alte Gemäuer. Die malerische Ruine soll auch interessanter gestaltet werden – auf Marketingdeutsch „touristisch inwertgesetzt“ werden. Auch mit diesem Thema hat sich der Kulturausschuss der Stadt unter dem Vorsitz des Beigeordneten Franz-Josef Reiter (CDU) beschäftigt. Dabei hat sich gezeigt, dass es wohl noch Diskussionsbedarf gibt. Zu den Vorarbeiten des Trierer Architekturbüros Sabine Reiser, die die Architektin bei einem Infoabend im Mai 2017 präsentiert hatte, sagte Edith van Eijck (SPD) nun in der Ausschusssitzung: „Das Büro hat uns in keiner Weise überzeugt.“ In der Beschlussvorlage wurde allerdings empfohlen, dieses Büro mit den weiteren Planungen zur Umsetzung des Konzepts zu betrauen. Allerdings stand dort auch drin, dass Vergleichsangebote eingeholt werden müssten, um – wie in Aussicht gestellt  – europäische Leadermittel zu erhalten.

Reiser hat laut Vorlage zusammen mit einem Arbeitskreis, in dem die an der Burgsanierung beteiligte Bauforscherin Jutta Hundhausen, der Historiker Dr. Frank Unruh, die Saar-Obermosel-Touristik, die Generaldirektion Kulturelles Erbe sowie die Untere Denkmalschutzbehörde beteiligt waren, einen Themenparcours entwickelt. Demnach sollen an acht Stellen Erzählpunkte errichtet werden, an denen mit kurzen Texten, Bildern, Videos und ähnlichem über die Geschichte des Gemäuers informiert wird. Zudem heißt es in der Vorlage, dass die vorhandene Ferienwohnung gegebenenfalls als Informationspunkt und Kiosk genutzt werden solle.

Van Eijck spricht sich auf TV-Nachfrage entschieden gegen ein Infozentrum mit Personal aus, von dem im Vorfeld die Rede war. Sie fürchtet die dadurch entstehenden Kosten und möchte kein zu anspruchsvolles Angebot, sondern eher was für „normale“ Touristen. Sie wünscht sich ein Ausflugslokal an der Burg, das den ganzen Tag geöffnet hat. Die derzeit existierende Burgschänke hat bis auf sonntags erst am Abend geöffnet. Diskutiert wurde im Kulturausschuss nicht weiter. Das Gremium hat, wie in der Beschlussvorlage vorgesehen, dem Bauausschuss empfohlen, über den Planungsauftrag zu entscheiden. Zum weiteren Vorgehen sagte Stadtbürgermeister Jürgen Dixius auf TV-Nachfrage: „Der Ausschuss macht die vorbereitende Beratung, dann geht es in den Stadtrat.“ Dixius stellt klar: „Es gibt noch kein Konzept, derzeit werden erste Ideen diskutiert. Wir wollen 2018 nutzen, um ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln, um den Besuchern der Burg mehr zu bieten als den bloßen Aufstieg zur Burg und den wunderschönen Blick vom Burgturm aus.“ Ein solches Konzept solle vernetzt sein mit den übrigen touristischen Angeboten und Attraktionen nicht nur in Saarburg, sondern auch in der Region wie beispielsweise der Klause in Kastel-Staadt.

Behindertengerechter Zugang Der Kulturausschuss hat in einer dritten Abstimmung zur Burg die Bauabteilung der Verwaltung damit beauftragt zu prüfen, inwieweit die Burg behindertengerecht zu erschließen ist. Für einen solchen Zugang wurde das Denkmal laut Verwaltung bereits umfangreich vermessen. Verschiedene Wegeführungen vom Parkplatz zum oberen Burghof wurden diskutiert. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe, die Eingriffen an der Burg zustimmen muss, wurde beteiligt. Ein Ergebnis: Rampenanlagen zwischen Parkplatz  und Burg würden erhebliche Eingriffe bedeuten. Eher möglich wäre ein Aufzug kombiniert mit Steganlagen. Weitläufige Stege lehnte die Generaldirektion aber ebenfalls ab. Derzeit werde geprüft, ob im Aufgangsbereich der Burg ein Mauerpfeiler genutzt werden könne, um einen Aufzug zu integrieren, heißt es in der Vorlage. An diesen könnte sich eine kurze Steganlage anschließen. Nun muss überprüft werden, ob ein solches Vorhaben behindertengerecht umgesetzt werden kann. Dafür darf die Steigung maximal sechs Prozent betragen. Geld für eine solche Erschließung könnte es aus dem Förderprogramm für barrierefreien Tourismus geben, für das die Region Saar-Obermosel zur Modellregion ausgewählt wurde. Edith van Eijck warf einerseits ein, dass der gläserne Aufzug an der Bernkasteler Burg, der sich hinter einer Mauer befinde, alles andere als gut aussehe. Sie ergänzte andererseits, dass es immer mehr Menschen mit Mobilitätseinschränkung gebe, nicht nur Senioren, sondern beispielsweise auch Fettleibige.