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Mit Vollgas ins Tal

Wurzeln, Schanzen, Kurven – die Fahrer nehmen auf ihren Rädern jedes Hindernis. TV-Foto: Martin Recktenwald
Wurzeln, Schanzen, Kurven – die Fahrer nehmen auf ihren Rädern jedes Hindernis. TV-Foto: Martin Recktenwald FOTO: Martin Recktenwald (ten) ("TV-Upload Recktenwald"
Trassem. Beim "King of the Trail" geht’s mit dem Rad quer durch den Wald Martin Recktenwald

Trassem Mehrere Meter hoch fliegen Rad und Fahrer durch die Luft, krachen auf den Waldboden und nehmen den Schwung mit in eine Kurve. Die Reaktion der Beobachter: "Ja, ja! Zieh!". 800 Meter Strecke mit über 80 Metern Höhenunterschied inklusive Sprungschanzen in teils unter 80 Sekunden mit dem Fahrrad herunterfahren - klingt ein wenig verrückt? Das sehen die Jungs und Mädels, die am Samstag zum Wettkampf "King of the Trail" ans Walderlebniszentrum Trassem gekommen sind, anders.
Noch vor dem Start erinnert der Rennleiter, Förster Dietmar Schwarz, an die wichtigste Regel: "Ohne Schutzkleidung geht niemand auf die Strecke: Kopf, Beine, Schultern Ellenbogen, Rückenplatte und Halskrause."
Der beste Schutz ist jedoch Training. Wer die Strecke und seine eigenen Fähigkeiten kennt, kann Risiken besser abschätzen, meint Profifahrer Konstantin Leonhardt aus Trier. "Die Kunst ist, so schnell zu fahren, dass man noch die Kontrolle hat - und bei Verlust der Kontrolle noch eine Reserve hat, um das Rad abzufangen." Er wird am Ende zum dritten Mal den "King of the Trail" in Trassem gewinnen.
Dass es in diesem Sport keine Garantien gibt, führt den Fahrern der Unfall ihres Mitstreiters Luca Biwer vor Augen. Der erfahrene Profi-Downhiller aus dem saarländischen Gerlfangen war vor einiger Zeit bei einem Training schwer gestürzt und ist zurzeit vom vierten Halswirbel an abwärts gelähmt. Alle Einnahmen aus dem diesjährigen siebten "King of the Trail" - rund 1500 Euro - werden zu seinen Gunsten gespendet.
An der Vorbereitung der Piste haben Freiwillige aus Rheinland-Pfalz, Saarland, Frankreich und Luxemburg mitgeholfen. Das Jahr über kümmert sich die Waldjugend um die Anlage. 25 Ehrenamtliche sind am Renntag im Einsatz. Ausrichter der Veranstaltung ist die Ortsgemeinde in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Saarburg.
Das regnerische Wetter dämpft das Besucherinteresse. Rund 100 Zuschauer finden dennoch den Weg in den Wald. Für die 60 Fahrer, die jeweils einzeln gegen die Zeit fahren, ist der Regen weniger ein Problem. Auf der matschigen Oberfläche sind die Räder zwar langsamer, haben dafür aber auch mehr Gripp.Extra: DIE SIEGER


Altersklasse Jugend (unter 16 Jahre): Henri Kiefer (Schoden) 77,86 Sekunden, Ben Kaiser (Merzig) 79,16 Sekunden, Laurin Bauer (Merzkirchen) 80,23 Sekunden; Altersklasse Elite (16-29 Jahre): Konstantin Leonhardt (Trier) 70,06 Sekunden, Daniel Ludwig (Wasserliesch) 71,20 Sekunden, Alan Bauschert (Boust, Frankreich) 73,16 Sekunden; Altersklasse Masters (30 Jahre und älter): Jacques De Lima (Cattenom, Frankreich) 82,30 Sekunden, Alexander Thein (Konz) 83,20 Sekunden, Pascal Molvinger (Oetrange, Frankreich) 84,40 Sekunden, Gewinner des Tricksprung-Wettbewerbs: Alex Strubel (Ranguevaux, Frankreich).