Auch Kultur verursacht Krach

TRIER. Das Amphitheater entpuppt sich in diesem Sommer erneut als beliebtes Forum für Kulturveranstaltungen aller Art. Die Landesgesellschaft Burgen, Schlösser, Altertümer will diesmal Ärger mit den Anwohnern vermeiden. Die Nutzung soll künftig limitiert werden.

Im vergangenen Jahr hatten Anlieger während der Antikenfestspiele mehrfach die Polizei alarmiert - ein peinlicher Eklat konnte nur mit Mühe vermieden werden. Man habe daraus Konsequenzen gezogen, sagte der Chef von Burgen, Schlösser, Altertümer, Thomas Metz, während einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Sommerprogramms (Siehe auch Kultur). Der Ärger werde weniger durch die Vorstellungen selbst als durch "die begleitende Infrastruktur" verursacht, analysiert Ronald Frank von der Agentur "Medienfabrik", die die Landesgesellschaft berät. Um- und Aufbauten, Vip-Zelte, An- und Abfahrten seien das Hauptproblem. Deshalb werde man in diesem Jahr die "lärmintensiven Bereiche" verstärkt auf die stadteinwärts gelegene Seite verlegen, wo statt Wohnbebauung lediglich Schulgebäude stehen. Frank verspricht den Anwohnern für diesen Sommer "50 Prozent weniger Emissionen", im kommenden Jahr soll sogar 90 Prozent weniger für die Anwohner wahrnehmbarer Lärm produziert werden. Das dürfte wichtig sein, weil der künftige Festspiel-Intendant Gerhard Weber 2005 mit aufwändigen Musical- und Opernproduktionen in die antike Arena zurück kehren will. Einer allzu ausgedehnten Nutzung erteilt Hausherr Metz allerdings eine klare Absage. Das Amphitheater liege "mitten in einem allgemeinen Wohngebiet", deshalb sei nur eine begrenzte Zahl von Veranstaltungen machbar. Das Ordnungsamt treffe derzeit entsprechende Festlegungen. Mehr als ein Dutzend Aufführungen und Konzerte pro Jahr seien wohl unzulässig, hieß es informell am Rand der Pressekonferenz.Vorstellungen auch für Festspiele limitiert

Das wird für die Festspiele angesichts der ehrgeizigen Weber-Pläne schon reichlich knapp. Für andere Veranstalter dürfte erst recht kein Platz bleiben. Die Bedürfnisse des Antikenfestivals hätten Vorrang, versichert Metz und weist zugleich darauf hin, "dass wir in den Kaiserthermen solche Probleme nicht haben". Die seien beispielsweise für Konzerte und Kino "bestens geeignet". Dem Vorstoß des Noch-Intendanten Lukas-Kindermann, "doch noch mal über die Utopie eines mobilen Dachs fürs Amphitheater nachzudenken", kann Metz wenig abgewinnen. Er setzt lieber auf Investitionen für den neuen Eingangsbereich der Kaiserthermen. Der Auftrag an den Wettbewerbs-Sieger Oswald Mathias Ungers sei "inzwischen rausgegangen". Bis 2006, zu Ungers' Achtzigstem, soll der Um- und Neubau fertig sein. "Wir stecken weiter Geld in die Nutzbarmachung der antiken Stätten", betont Metz und verweist auf ein neues Projekt. Gemeinsam mit dem Simeonstift tüftelt man Pläne für einen gemeinsamen Eingangsbereich aus, der das städtische Museum und die Porta Nigra verbinden soll. Und nicht nur Steine werden bearbeitet: Auch ein gemeinsames museumspädagogisches Konzept ist in Arbeit.