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Bauprojekte in der VG Ruwer brauchen mehr Zeit

Infrastruktur : Feuerwehrleute und Schüler müssen warten

Mehr als acht Millionen Euro wollte die Verbandsgemeinde Ruwer möglichst rasch in zwei Projekte investieren. Doch sowohl beim Neubau der Grundschule Osburg als auch beim Feuerwehrgerätehaus Pluwig gibt es weiter Klärungsbedarf.

Die einen brauchen Platz zum Lernen, die anderen für sich und ihre Ausrüstung. Doch die Schüler aus Osburg sowie die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Gusterath und Pluwig müssen sich gedulden. Denn bei beiden Projekten ist noch lange kein Baubeginn in Sicht. Obwohl es eigentlich zügig vorangehen sollte.

Die Schule „Nagelneue Grundschule für Osburg.“ So war der Text über die Sitzung des Verbandsgemeinderats Ruwer überschrieben, in der sich eine Mehrheit des Rats dafür aussprach, die Schule in der Hochwaldgemeinde komplett neu zu bauen. Das war im April 2015. Und schon damals waren sich alle Verantwortlichen einig, dass ein gewisser Zeitdruck da ist. Denn das Gebäude der früheren Grund- und Hauptschule ist wohl alles andere als perfekt in Schuss.

Im März 2018 lernen die Osburger Grundschüler immer noch in einem Gebäude, das sanierungsbedürftig ist. Wer nun darauf gehofft hatte, dass es mit dem Neubau bald losgeht, der wird enttäuscht. Denn so schnell wird kein Bagger anrücken, um Platz zu schaffen für ein modernes Gebäude. Es ist vielmehr Geduld gefragt. Denn die Verbandsgemeindeverwaltung hatte dem Haupt- und Finanzausschuss des Verbandsgemeinderats Ruwer vorgeschlagen, die Aufhebung von zwei Beschlüssen des Rats zu empfehlen. Und der Ausschuss ist diesem Ansinnen gefolgt. Ziel der Aktion: Die Planung soll dann doch nicht von der Verwaltung vorangetrieben werden. Und auch die Ausführung des Gebäudes in Stahlbauweise soll nicht mehr favorisiert werden (der TV berichtete).

Auf diese Bauweise hatte sich der Verbandsgemeinderat nach langer Diskussion geeignet. Dabei werden vorgefertigte Bauteile an Ort und Stelle zusammengefügt. Unter anderem, weil es günstiger werden soll als beispielsweise die Massivbauweise. Und schneller soll es auch gehen. Nun heißt es in der Vorlage, dass eine optimale Lösung in Sachen Bauweise, Baugestaltung und Baukosten bisher noch nicht gefunden ist.

Aufgrund der geschätzten Baukosten in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro muss das Projekt europaweit ausgeschrieben werden. Bei einem Architektenwettbewerb soll zudem die Bauweise ermittelt werden. Dieser Wettbewerb soll laut Unterlage für die Ausschusssitzung 70 000 Euro kosten.

Das Gerätehaus Die Zeit war ursprünglich auch ein wichtiger Faktor beim Gerätehaus Pluwig. Denn sozusagen über Nacht hat sich die Zahl der Feuerwehrleute vergrößert. Denn die Wehren aus Gusterath und Pluwig haben sich zusammengeschlossen und machen gemeinsame Sache. Diese größere Rettungs- und Hilfeleistungseinheit braucht mehr Platz für Material und rund 90 Menschen.

Offen ist lange Zeit gewesen, ob die neue Bleibe für die Wehr komplett neu errichtet werden soll. Oder ob das vorhandene Gebäude saniert wird. Im Spätsommer vergangenen Jahres entschied schließlich der Verbandsgemeinderat, für rund 1,4 Millionen Euro am angestammten Standort unweit der Rettungswache in der Gusterather Straße neu zu bauen. In dieser Summe waren rund 30 000 Euro für einen Architektenwettbewerb. Dieses Geld soll nun gespart werden. Auch 16 000 Euro für die Betreuung des Wettbewerbs sollen entfallen.

Die neue Marschrichtung sieht so aus: Da es sich laut Verwaltung beim Feuerwehrgerätehaus um einen Zweckbau handelt, bei dem die Funktionalität im Vordergrund steht, soll nun ein Büro ausgesucht werden, das „routiniert sein Wissen im Bereich funktionales und kostengünstiges Bauen im Bereich von Feuerwehrgerätehäusern“ einbringt. Damit dieses Büro beauftragt werden kann, soll der VG-Rat zwei Ratsbeschlüsse abändern. Der Rat tagt am 21. März.