| 20:34 Uhr

Die freie Rede zum Glück

Trier. Sie will Lehrerin oder Juristin werden und beschäftigt sich gerne mit tiefgründigen Themen. Die besten Voraussetzungen als Rednerin hat Barbara Bohnen aus Trier schon: Sie hat den Rhetorik-Preis des Rotary Clubs gewonnen. Alexander Triesch

Trier. Mittlerweile gehört die Verleihung des Rhetorik-Preises durch den Rotary Club Trier buchstäblich zur regionalen Tradition. Der Wettbewerb soll die Sprachgewalt der Trierer Schüler im Hinblick auf den kommenden Berufseinstieg fördern und entsprechend belohnen.
"Es kommt weniger auf den Inhalt als auf die rhetorische Darstellung der Rede an", sagt Joachim Immelnkemper, Geschäftsführer der Sektkellerei Bernard-Massard, in der die Preisträger in diesem Jahr geehrt wurden. Nur mit Notizen ausgestattet mussten die Teilnehmer einen 15-minütigen Vortrag zu einem fiktiven Thema präsentieren - und dabei ihre rhetorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die 18-jährige Barbara Bohnen vom Friedrich-Spee-Gymnasium in Trier gewann mit ihrer fiktiven Eröffnungsrede zu einem Motivationsseminar den auf 400 Euro dotierten ersten Preis. In ihrem Vortrag sprach sie über den Stellenwert von Glück in der Gesellschaft und beschäftigte sich unter anderem mit der Frage, wie Menschen glücklich sein können und welche Rolle Geld dabei spielt. Neben dem Preis für Bohnen erhielt das Friedrich-Spee-Gymnasium als Gewinnerschule 500 Euro.
Mit einem Aufruf zu mehr Teilnahme am politischen Leben sicherte sich Julian Kufferath-Sieberin vom Max-Planck-Gymnasium den zweiten Platz und gewann 250 Euro. Ebenfalls das Friedrich-Spee-Gymnasium besucht Charlotte Martin Yuste auf Platz drei, die einen Vortrag über die Bedeutung von Radfahren in der Gesellschaft hielt und 150 Euro gewann. An die übrigen zehn Teilnehmer wurden Urkunden und Buchpreise ausgehändigt, während der Berufsbildenden Schule ein Sonderpreis in Höhe von 500 Euro zugelost wurde. Die regionalen Sieger treten am 8. Juni auf höherer Ebene in Leverkusen gegeneinander an.
Auf Vorschlag ihrer Lehrerin hatte sich Barbara Bohnen beim Rhetorik-Wettbewerb angemeldet. Im Gespräch mit dem Volksfreund erläutert sie, bewusst ein tiefgründiges Thema gewählt zu haben, das zum Nachdenken anregen soll. "Später möchte ich vielleicht Lehrerin werden oder Jura studieren", sagt sie. Berufe also, in denen rhetorische Fähigkeiten von großem Vorteil sind.Extra

Der Rotary Club Trier wurde 1951 ins Leben gerufen. Der Name "Rotary" (englisch für: rotierend) weist auf die jährlich wechselnde Ämterverteilung hin. Derzeit hat er 64 Mitglieder aus verschiedensten Berufszweigen und engagiert sich im Sinne der Friedensstiftung und des "Diensts am Mitmenschen". Einmal pro Woche findet ein Treffen statt, an dem freundschaftliche Beziehung gepflegt und wichtige Beschlüsse gefasst werden. lex