Die Sache mit Ulf und Uli

Jahrelang habe ich Freunde und Bekannte jeden Alters und Geschlechts in den April geschickt. Es waren Jahre, in denen ich den einen oder anderen guten Morgen erleben durfte, weil ich mich diebisch über einen gelungenen Scherz gefreut habe.

Aber auch Jahre, in denen vor allem meine Freundin Nina unter meinem Humor leiden musste. Einmal aber habe ich den 1. April verschwitzt. Einen Tag später rief mich Nina an, damals glühender Fan des abstiegsgefährdeten Oberligisten Bonner SC. Hörbar euphorisch, außer Atem und todernst berichtete sie mir von den neuesten Erkenntnissen aus der Welt des Fußballs. "Stell' dir vor", klang es aus dem Hörer. "Ulf Kirsten wechselt von Leverkusen nach Bonn", sagte sie. "Da ist der Klassenerhalt ja sicher." Ulf Kirsten, aha. Gestern noch Nationalspieler, heute schon beim Bonner SC in der vierten Liga. Ich konnte es kaum glauben — auch, weil ich der Meinung war, die Sport-Nachrichten verfolgt zu haben. Auf meine etwas zweifelnde Nachfrage, wo sie denn von dem Wechsel erfahren habe, erzählte sie stolz, es tags zuvor auf der Internetseite der Bonner gelesen zu haben. Wie sich herausstellte, ein April-Scherz. Und ich hatte nichts damit zu tun - Ehrenwort. Mein Gelächter war trotzdem groß.

So, jetzt aber genug der Scherze, ich muss telefonieren. Eben hat die Sekretärin von Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München angerufen. Er will mich als Nachfolgerin von Uli Hoeneß engagieren.