Erleichterung bei der Hebammen-Suche

Erleichterung bei der Hebammen-Suche

Der Trierer Stadtrat hat entgegen des Einspruchs der SPD die Beteiligung an einer Koordinierungsstelle für Hebammen im Landkreis beschlossen. Dass etwas getan werden muss - da sind sich alle Fraktionen einig. Sie wissen aber auch: Die neue Stelle wird das Problem nicht lösen können.

Trier/Konz. Eine Geburt ohne Hebammen? Immer mehr Eltern finden auch in der Region Trier keine geeignete Betreuung mehr. Der Grund: Die Versicherungsbeiträge für freie Hebammen sind so stark gestiegen, dass viele Geburtshelfer den Job geschmissen haben. Zurzeit arbeiten in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg etwa 20 Hebammen. Diese könnten aber bei weitem nicht mehr den Bedarf decken, sagt Stadträtin Jutta Albrecht (CDU).
SPD-Fraktion enthält sich



Um dem entgegenzuwirken, plant der Landkreis Trier-Saarburg nun eine Hebammensprechstunde und eine neue Koordinierungsstelle, um die noch vorhandenen Hebammen gezielter einsetzen zu können.
An dieser Stelle möchte sich nun auch der Trierer Stadtrat probeweise für ein Jahr beteiligen. Das hat der Rat auf seiner Sitzung gegen die Enthaltung der gesamten SPD-Fraktion beschlossen. Zwar wolle auch die SPD, dass eine entsprechende Lösung gefunden wird - allerdings auf städtischer Ebene. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Teuber fordert: "Wir dürfen uns nicht sklavisch an die Lösung des Landkreises hängen."
Dem widerspricht Jutta Albrecht: "Wir können das als Stadt nicht alleine stemmen", sagt sie. Trier solle froh sein, dass der Landkreis das anbietet.
Nichtsdestotrotz: An der Situation der Hebammen wird die neue Stelle nichts ändern. Da sind sich alle Fraktionen einig. Das würde vor allem eine Entlastung für die Familien bringen, sagt Monika Berger (SPD). Eltern müssten dann nicht mehr zahlreiche Telefonate führen, in der Hoffnung einen freien Termin bei einer Hebamme ergattern zu können. Das wäre dann mit einer zentralen Stelle stark vereinfacht. "Den Hebammen nützt das nur wenig", fürchtet Berger.
Albrecht schätzt die Kosten einer gemeinsamen Koordinierungsstelle im ersten Jahr auf etwa 17 000 Euro.
Inwiefern sich die Stadt genau an diesen Kosten beteiligen möchte bleibt noch offen. Diese Details sollen zunächst im Ausschuss besprochen werden. sek

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