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Gerissene Kälber bei Igel: Zweifel an der Wolfshund-Theorie

Gerissene Kälber bei Igel: Zweifel an der Wolfshund-Theorie

Laut offizieller Darstellung soll ein tschechoslowakischer Wolfshund auf einer Weide bei Igel-Liersberg Kälber gerissen haben. Das bezweifeln Mitglieder des Clubs für Tschechoslowakische Wolfshunde Deutschland. Bisher konnte das Tier noch nicht gefunden werden.

Für Heike Stemper, Vorstandsmitglied im Verein Tschechoslowakische Wolfshunde Deutschland, steht fest: Ihre Hunde dieser Rasse können nicht für das Reißen von Kälbern auf einer Wiese bei Igel-Liersberg verantwortlich sein (der TV berichtete). Dies sei mittlerweile auch durch eine Zeugenaussage belegt. Auch andere ihr bekannte Hunde aus der Umgebung kämen nicht infrage. Stemper sagt: "In unserer Region leben sieben Tschechoslowakische Wolfshunde. Deren drei Besitzer verfügen in höchstem Maße über das notwendige Verantwortungsbewusstsein, entsprechende Hundekenntnisse sowie langjährige Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren."
Alle Hunde würden in enger Beziehung zu Halter und Familie leben, hätten Hundeschulen besucht und arbeiteten teilweise in der Personensuche. Eine Zwingerhaltung sei ausgeschlossen.
Alle diese Tatsachen schließen nach Ansicht Stempers aus, dass die im Umkreis bis zu 20 Kilometer vom Bauernhof entfernt lebenden Hunde im Laufe eines Jahres vier- bis fünfmal die gleiche Weide aufsuchen, Galloway-Kälber töten und ausweiden. Einschränkend sagt sie, dass diese Aussage nur für Deutschland gelte. Ob Wolfshunde im grenznahen Luxemburg gehalten würden, sei ihr nicht bekannt.
Anhand der gerissenen Kälber sei bisher lediglich eine Artenbestimmung erfolgt, womit man einen Wolf als Täter definitiv ausschließen könne. Eine weitere Probe werde aktuell noch ausgewertet.

"Leider sucht man zu gerne den Wolf als Täter (Rotkäppchen-Syndrom), falls nicht zutreffend, Wolfshunde", sagt die Hundehalterin. Sie habe Verständnis für die betroffenen Landwirte und hofft, dass der wildernde Hund so schnell wie möglich gefunden wird.
Nach Auskunft der zuständigen Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land ist das Tier bisher nicht identifiziert worden. Nach Auskunft von Pressesprecherin Johanna Fox habe das Ordnungsamt eine erneute DNA-Analyse veranlasst. Ebenso ist eine Videoüberwachung der Weide des betroffenen Landwirts in Vorbereitung, um den Fall bald aufklären zu können.