Großprojekt Behindertenwerkstatt nimmt Hürde

Großprojekt Behindertenwerkstatt nimmt Hürde

Das Vorhaben der Trier-Saarburger Lebenshilfe in Konz nähert sich der Realisierung. Der städtische Bauausschuss hat dem Entwurf für das neue Gebäude in der Innenstadt zugestimmt. Nur eine Sache bereitet Anwohnern noch Sorgen.

Konz Antje Raschke sieht am Dienstagabend glücklich aus, als sie den Sitzungssaal im Kloster Karthaus verlässt. Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Facility- und Baumanagement GmbH hat einen wichtigen Beschluss des Bauausschusses der Stadt Konz in der Tasche.
Im dritten Anlauf hat das Gremium die Bauvoranfrage der Trier-Saarburger Lebenshilfe für einen Anbau an die bestehende Behindertenwerkstatt genehmigt.
Bei den beiden vorherigen Sitzungen des Gremiums hatten die Mitglieder noch Diskussions- und Nachbesserungsbedarf angemeldet.
Doch nun können Raschke und das von der Lebenshilfe beauftragte Architekturbüro Pasucha und Klepzig aus Trier endlich weiterplanen. Raschke sagt im Gespräch mit dem TV: "Das ist eine schöne Überraschung." Sie ist erleichtert, dass es nun vorangeht. Denn der Neubau soll ein Provisorium ablösen: Einige der 90 behinderten Menschen, die zurzeit in der Konzer Werkstatt arbeiten, tun dies in Containern.
Diese stehen auf dem Grundstück neben der bestehenden Werkstatt. Die zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat die Übergangslösung jedoch nur bis 2019 genehmigt. Dann muss eine dauerhafte Lösung her.
Deshalb stehen Raschke und ihre Kollegen unter enormen Zeitdruck. Sie haben von der Bauvoranfrage bis zum fertigen Großprojekt nur knapp anderthalb Jahre Zeit. Ein möglicher Baubeginn könnte, geht es nach der Lebenshilfe, schon im Mai erfolgen.
Dann gibt die Deutsche Bahn das Grundstück frei, das sie zurzeit als Basis für die Bauarbeiter nutzt, die bis April den dortigen Fußgängertunnel erneuern.
Bei der Ausschusssitzung am Dienstagabend präsentiert Architekt Monty Klepzik etliche Ansichten der Werkstatt: mit Flach-, Zelt- oder Satteldach, mit dreigeschossigem und viergeschossigem Eingangskubus, schräg oder parallel zur Konstantinstraße. "Wir haben fast ausschließlich die dreigeschossige Lösung untersucht", sagt der Trierer. Damit macht er klar, dass sein Büro von dem vorherigen Entwurf mit viergeschossigem Eingangsbereich Abstand genommen und die Anmerkungen des Ausschusses eingearbeitet hat. Den wuchtigeren Entwurf hatte das Gremium bei der vorherigen Sitzung hart kritisiert. Nun steht ein zweigeschossiger Längsbau mit einem dreigeschossigen Kubus zur Debatte, der als zurückgesetztes Staffelgeschoss gilt.
Die Ausschussmitglieder loben die Arbeit des Büros größtenteils. Die Anregungen seien eingearbeitet worden. Bei acht Ja-Stimmen und vier Enthaltungen gibt das Gremium seinen Segen.
Neben den Ausschussmitgliedern sind auch 13 Anwohner zu der Sitzung gekommen. Einer von ihnen ist der bekannte Konzer Architekt Gerd Kintzinger. Er fasst für den TV die Bedenken der Anlieger zusammen. Die direkten Nachbarn hätten Angst, dass der Bau ihnen die Sonne stehle, sagt er. Größer seien die Sorgen wegen der Parkplatzsituation in der Nachbarschaft. "Man kann das steuern, so dass das Umfeld so wenig wie möglich beeinträchtigt wird", fordert Kintzinger.
Raschke versichert im Ausschuss, dass künftig weder mehr Behinderte betreut, noch mehr Mitarbeiter eingestellt würden. Somit steige auch der Parkplatzbedarf nicht. Vor dem Haupteingang des neuen Gebäudes werde das Parken verboten. Für Mitarbeiter gebe es hinter dem bestehenden Gebäude Stellplätze. Dort sei auch der Mitarbeitereingang. Zudem werde ein zweigeschossiger Übergang zwischen den beiden Gebäuden gebaut. Am derzeitigen Containerstandort sollen zudem weitere Stellplätze entstehen.
Die Lebenshilfe plant eine Infoveranstaltung zu der Erweiterung. Der Termin steht noch nicht fest, wird aber rechtzeitig bekanntgegeben.