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Lesestifte sind in kleinen Pfarrbüchereien der Hit

Lesestifte sind in kleinen Pfarrbüchereien der Hit

Austausch und Anregungen für die Arbeit vor Ort gab es beim Diözesantag der Katholischen Büchereiarbeit im Bistum Trier. Die meist diskutierten Themen waren E-Books und sogenannte Onleihe-Systeme.

Trier. Welche Rolle spielen die Katholischen Öffentlichen Büchereien in einer Zeit sich rasant verändernder Medienangebote und Mediennutzung und wie können sie sich mit ihren spezifischen Angeboten einbringen und behaupten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Diözesantags der Katholischen Büchereiarbeit im Bistum Trier. 125 Interessierte waren nach Trier gekommen, um in 14 thematisch breit gefächerten Workshop-Angeboten Anregungen und Impulse für ihre vielfältigen Aufgabenfelder und Herausforderungen im Büchereialltag zu finden.
"Ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz", sagte die Leiterin der Büchereifachstelle im Bischöflichen Generalvikariat, Dorothee Steuer. "Wir möchten unseren 1300 ehrenamtlichen Mitarbeitern in unseren 200 aktiven Büchereien im Bistum mit diesem Diözesantag Danke sagen für das oftmals über Jahre gepflegte Engagement." Der Tag, so hörte man bei vielen Teilnehmenden, sei eine gelungene Mischung aus Begegnung und Austausch, liefere aber auch viel Input für die Arbeit vor Ort.
So waren E-Book und sogenannte Onleihe-Systeme die meist diskutierten Themen. Zwar seien die Verkaufsanteile beim digitalen Buchkauf in Deutschland noch eher bescheiden, bilanzierte Katharina Dörnemann von der Büchereifachstelle Mainz, doch wachse der Markt rasant. Bedeutet das, dass Büchereien in zehn Jahren überflüssig sind, weil der Download aufs Tablet oder den E-Reader den Gang in die Bücherei ersetzt?
Susanne Dannert aus Gevenich bei Cochem beobachtet das in ihrer "wirklich kleinen Pfarrbücherei" eher nicht. "Zu uns kommen vor allem die jungen Familien, um Lesestifte wie Tiptoi oder Ting auszuleihen. Das ist der Renner in vielen Büchereien, weil sie nicht nur Bilderbücher zum Sprechen bringen, sondern auch Sachbücher und damit Kinder bis zum Alter von elf oder zwölf Jahren erreichen."
Zurzeit könnten sich die kleinen Pfarrbüchereien E-Book-Angebote gar nicht leisten. Kosten von mehr als 5000 Euro plus Lizenzgebühren machten das unmöglich. Eine einzelne Pfarrei könne das nicht stemmen, aber die Arbeit der Diözesen im Verbund mit dem Borromäusverein ermögliche ein Netzwerk, das innovative Projekte auf den Weg bringen könne. Etwa den "LeseHeld", eine Aktion des Borromäusvereins, die vom Bildungsministerium gefördert werde und die Jungen zwischen vier und zehn Jahren in spannende Lesewelten entführen soll. red