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Linkspartei bringt junge Kräfte nach vorne

Linkspartei bringt junge Kräfte nach vorne

Bisher ist die Partei Die Linke mit zwei Mandaten im Trierer Stadtrat vertreten. Doch sowohl Katrin Werner als auch Linde Andersen hegen für die Zukunft keine entsprechenden Ambitionen mehr. Die Partei schickt Marc-Bernhard Gleißner an der Spitze ins Rennen.

Trier. Katrin Werner und Linde Andersen bilden seit Jahren das Duo der Linkspartei im Trierer Stadtrat. In der Liste für die Kommunalwahl am 25. Mai tauchen sie hingegen auf eher symbolischen Plätzen auf, Andersen gar ganz am Schluss. Sichtlich betroffen erklärt die 68-Jährige bei der Nominierungsversammlung im Parteibüro, dass ihre Gesundheit nichts anderes zulasse.
Kommunalwahl 2014


Katrin Werner (40) will sich zukünftig mehr auf ihre Arbeit im Bundestag konzentrieren, wo sie seit Kurzem auch behindertenpolitische Sprecherin der Linksfraktion ist. Zudem führt sie die Partei als Landesvorsitzende in die Landtagswahlen 2016. Da sei die fast tägliche Arbeit für den Stadtrat einfach nicht mehr drin: "Aber wir sind ja mit der jungen Riege breit aufgestellt. Ich stehe bereit für die Arbeit in Gremien und Ausschüssen und werde mich weiter gegen Rechts engagieren."
Als neue Nummer eins fungiert Marc-Bernhard Gleißner, einstimmig gewählt von den 19 stimmberechtigten Parteimitgliedern aus dem Stadtgebiet. Der 1984 geborene Promotionsstudent wirkte bisher eher parteiintern und in Gremien der zweiten Reihe: Er ist Kreisvorsitzender und unter anderem Mitglied des Trierer Beirats für Migration und Integration sowie des Kulturausschusses.
Mandatsverzicht im Jahr 2009


2009 wurde Gleißner in den Stadtrat gewählt, verzichtete aber noch vor der konstituierenden Sitzung auf sein Mandat wegen Differenzen mit Fraktionskollege Johannes Verbeek. Werner rückte für Gleißner nach, später Andersen für Verbeek.
Zentrale Themen, mit denen Gleißner erst bei seinen Parteifreunden punktete und mit denen er die anderen Fraktionen konfrontieren will, sind die kommunalen Haushalte und die Kulturpolitik - was sich oft überschneidet, etwa beim Theater. Hier fordert Gleißner eine "kreativere Steuerfindung": Da ein Theater den Wert der umliegenden Grundstücke erhöhe, sei es aus seiner Sicht nur recht und billig, wenn deren Besitzer das Kulturhaus auch unterstützten. "Mit uns gibt es keine Streichung beim Personal!", verspricht Gleißner und gibt sich auch sonst kämpferisch: Sein Ziel ist die Verdoppelung der Sitze im Stadtrat auf mindestens vier.
Auf Platz zwei der Liste kandidiert Studentin Susanne Kohrs: Die 23-Jährige ist Beisitzerin im Landesvorstand und Schatzmeisterin im Kreis. Außerdem sieht sie sich durch ihre Tätigkeit als Sekretärin der aktuellen Stadt ratsfraktion für einen eigenen Sitz gut gerüstet. Ein Thema für sie: der Einzelhandel in Trier. Um die Umsätze anzukurbeln, solle die Stadt lieber auf innovative Konzepte setzen statt auf große Einkaufszentren: "Die erlauben keine Mischnutzung und Zweitverwendung, sondern führen oft nur zur Umverteilung der städtischen Einzelhandelsströme."
Mitglied im Bildungsausschuss


Auf Listenplatz drei schafft es Paul Hilger. Der 22-jährige Student der Geschichte und Politik ist Mitarbeiter im Wahlkreisbüro von Katrin Werner und Mitglied des städtischen Bildungsausschusses.
Die 25-jährige Jennifer Brinkmann auf Platz vier ist erst seit einigen Monaten politisch aktiv. Sie will sich besonders für die Förderung von Familien mit behinderten Kindern, von Alleinerziehenden und Jugendlichen einbringen.Extra

Wahlliste Die Linke für den Stadtrat: 1. Marc-Bernhard Gleißner, 2. Susanne Kohrs, 3. Paul Hilger, 4. Jennifer Brinkmann, 5. Aylin Incesoy, 6. Wolfgang Schmitt, 7. Laura Kimmlinger, 8. Christian Lehberger, 9. Theresia Goergen, 10. Cosimo Damiano-Quinto, 11. Katrin Werner, 12. Volker Fusenig, 13. Franziska Zimmermann, 14. Heinz Arnold, 15. Sieglinde Schmitt, 16. Mateusz Buraczyk, 17. Sarah Vogelgesang, 18. Christopher Vendt, 19. Gabriele Heber, 20. Rolf Großmann, 21. Nora Gobbert, 22. Jörg Johan, 23. Vera Juliane Großhans, 24. Steffen Schmidt, 25. Rebekka Kreis, 26. Julian Kufferath-Sieberin, 27. Anton Prison, 28. Marcel Gerike, 29. Alexander Haider, 30. Jonas van Rüschen, 31. Niklas Reents, 32. Murat Cayir, 33. Moritz Müller, 34. Ralf Heber, 35. Khaled Massri, 36. Markus Lauterborn, 37. Alfred Niggemeyer, 38. Hermann Josef Schmitz, 39. Linde Andersen. fgg