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Pilotprojekt bremst Leichtsinn hinterm Steuer

Pilotprojekt bremst Leichtsinn hinterm Steuer

TRIER "Schnell – jung – tot" – so lautet das Motto der Projektwoche zum Thema Verkehrssicherheit an den drei Berufsbildenden Schulen (BBS) in Trier. Noch bis zum 20. Juli erfahren die Schüler, was junge Verkehrsteilnehmer hinter dem Steuer beachten müssen.

Jedes Wochenende passiert es: Junge Autofahrer steigen nach dem Disko-Besuch betrunken hinters Lenkrad. Nicht selten führen solche Fahrten in den Tod. "In der Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmer ist die Unfallbeteiligung immens hoch", stellt Mirko Herrmann, Lehrer an der BBS Wirtschaft, heraus. Gemeinsam mit seinen Kollegen Markus Peters (BBS Gewerbe und Technik) und Dirk Brill-Wirtz (BBS Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege) organisiert der Pädagoge eine Projektwoche zum Thema Verkehrssicherheit. Schüler testen ihr Reaktionsvermögen

Eine solche Aktion gab es an den Berufsbildenden Schulen im Land noch nicht. Den Stein ins Rollen brachten drei Ministerien aus Mainz, die mit der Idee eines Pilotprojektes zum Thema Verkehrsicherheit an die drei Trierer Schulen herantraten. "Andere Schulen in Rheinland Pfalz sollen auf unsere Konzeption zurückgreifen können," erklärt Markus Peters das Ziel des Projekts. Die dreiköpfige Planungsgruppe hatte bei der Ausgestaltung des Programms freie Hand. Die einzelnen Klassen können aus einem breit gefächerten Programm verschiedene Veranstaltungen auswählen. Institutionen wie der Tüv, der ADAC, Notfallseelsorge oder Staatsanwaltschaft informieren die Schüler über ihre Arbeit. Als besonderer Höhepunkt findet eine Rettungsübung auf dem Schulhof statt. Das Deutsche Rote Kreuz, die Feuerwehr Kasel und das Team der realistischen Unfalldarstellung simulieren einen Notfall. Schon im Vorfeld bereiteten die Lehrer die Schüler im Unterricht auf die Projektwoche vor. So stand im Deutschunterricht das Verfassen von Unfallberichten auf dem Programm. Einige Schüler testeten ihr Reaktionsvermögen bei einem Verkehrssicherheitstraining. Einen Tag lang lernten sie, auch auf nasser Fahrbahn korrekt zu bremsen oder Hindernissen sicher auszuweichen - für die Schüler ein beeindruckendes Erlebnis. "Bei diesem Training habe ich Erfahrungen gesammelt, die ich im Straßenverkehr nicht machen möchte", berichtet Sebastian Krewer. Sein Klassenkamerad Thomas Reh kam zu weiteren Erkenntnissen. Sein Auto mit Sportfahrwerk drehte sich bei einer Vollbremsung während des Verkehrssicherheitstrainings einmal um die eigene Achse. Der 18-Jährige hat sich vorgenommen, daraus Konsequenzen zu ziehen: "Die Bremsanlage muss unbedingt neu eingestellt werden. Schließlich darf so etwas bei einer echten Bremsung nicht passieren."