1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Schulbuchrückgabe gut organisiert

Schulbuchrückgabe gut organisiert

Geschafft: Rund 17 000 ausgeliehene Schulbücher hat eine Dienstleistungsfirma in den vergangenen Tagen an den neun weiterführenden Schulen Triers zurückgenommen.

Trier. Erst die 5a, dann die 9b, dann die 10c: Nacheinander sind die Klassen des Trierer Max-Planck-Gymnasiums (MPG) am Mittwoch im Treppenhaus der Schule angetreten, um ihre ausgeliehenen Schulbücher zurückzugeben. Ein paar Tische, einen Computer und viele Kisten haben die drei Mitarbeiter des Bücherdienstleisters VAL, den die Stadt mit der Rücknahme beauftragt hat, mitgebracht. Mit einem kurzen Blick auf den Einband und per Daumenprobe, bei der die Buchseiten in zwei, drei Sekunden wie bei einem Daumenkino durch die Finger fliegen, kontrolliert einer der Männer, ob die Bücher beschädigt sind. Die Jugendlichen der 9c sind offenbar gut mit den geliehenen Büchern umgegangen: Alle sind in Ordnung.
Die letztendliche Entscheidung, ob ein Buch nicht mehr brauchbar ist, trifft ohnehin das städtische Schulamt. "Aber die Ausschussquote ist gering", erklärt Rathauspressesprecher Ralf Frühauf. Nur zwei bis drei Prozent der insgesamt rund 17 000 ausgeliehen Bücher müssen wegen ihres schlechten Zustands aussortiert werden. An der Theodor-Heuss-Hauptschule seien von 500 Exemplaren nur 17 nicht mehr "im gewünschten Zustand" gewesen. Für solche nicht mehr weiterverwendbaren Bücher erhalten die Eltern in den kommenden Wochen Schadensersatzrechnungen. Alle anderen Bücher werden im nächsten Schuljahr wieder verliehen.
Geringer Ausschuss


In großen Kisten nehmen die VAL-Mitarbeiter die 2000 Bücher des MPG und die weiteren rund 15 000 Bücher der anderen weiterführenden Schulen mit in ihre Firmenzentrale ins sächsische Zschopau. Dort werden die Werke sortiert und zu neuen Paketen für die nächste Ausleihrunde zusammengepackt. Auch die neu bestellten Bücher - ab diesem Schuljahr sind auch die gymnasialen Oberstufen und die Vollzeitschulgänge an Berufsschulen ins Ausleihsystem aufgenommen - werden nach Sachsen geliefert. "Wir versprechen, dass jeder Trie rer Schüler, der sich zum Ausleihsystem angemeldet hat, in den ersten Tagen nach den Ferien seine individuellen Buchpakete auf dem Schultisch stehen hat", sagt VAL-Geschäftsführerin Steffi Mielke.
Trotz des Ausfalls der Internetplattform der Landesregierung, unter der die Kommunen die Schulbuchausleihe abwickeln müssen (der TV berichtete), sei man voll im Zeitplan, erklärt Mielke. Die Hunderttausenden Bücherrückgaben, die in den vergangenen Tagen landesweit im Internet registriert werden mussten, hatten die Computerplattform lahmgelegt. "Die elektronische Rücknahme war nicht möglich, vieles musste von Hand erledigt werden, die Bewertung des Zustands dieser Bücher über das Internetmodul muss nun später erfolgen. Das bedeutet einen weiteren erheblichen Mehraufwand", berichtet der städtische Pressesprecher Ralf Frühauf. Doch die Zusammenarbeit mit dem Bücherdienstleister VAL, der Erfahrung mit der Schulbuchausleihe aus anderen Bundesländern hat, laufe "sehr gut". Auch Edgar Manz, stellvertretender Leiter des Max-Planck-Gymnasiums, ist mit der Abwicklung zufrieden: "Die Rückgabe läuft reibungslos."
Abwicklung kostet 130 000 Euro


Doch die Organisation, für die alleine die Stadt Trier 130 000 Euro ausgibt, ist nicht alles. Die 9b des MPG hat nicht alle Lektionen ihres Französischbuchs im abgelaufenen Schuljahr geschafft. "Die letzte Lektion müssen wir jetzt kopieren, damit wir im nächsten Schuljahr damit arbeiten können", erzählt ein Mädchen. Auch die Teilnahmezahl ist nicht überwältigend: Von den 28 Schülern der 10c hatten sich beispielsweise nur zehn zur Ausleihe angemeldet. Insgesamt liegt die Quote bei rund 50 Prozent. Matthias Böffgen ist nicht mehr dabei: "In der Oberstufe behalten wir die Bücher in mehreren Fächern über drei Jahre", erzählt der 16-Jährige. "Und gerade in den Leistungskursen kann ich mir nicht vorstellen, ein Buch zu benutzen, in dem ich mir keine Notizen machen darf." Auch bei Büchern, die ein Jahr benutzt würden, sei die Sache problematisch: "Leiht man die Bücher aus, hat man keine Chance, im Folgejahr noch mal was nachzuschlagen."