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Senioren-Wohngemeinschaft mit ambulanter Betreuung in der Villa Mentis in Schweich geplant

Senioren-Wohngemeinschaft mit ambulanter Betreuung in der Villa Mentis in Schweich geplant

Es ist fast so wie in einer Studenten-WG, nur sind die Bewohner älter und womöglich dement und pflegebedürftig. In der Villa Mentis in Schweich soll eine Wohngemeinschaft etabliert werden, die ihr Zusammenleben weitgehend selbstständig organisiert.

Schweich. "Die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich selbstbestimmt in vertrauter Umgebung zu leben, auch wenn sie auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind. Um dies zu ermöglichen, brauchen wir neue Formen des Zusammenlebens und alternative Wohnformen." Das sagt Alexander Schweitzer, Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz. Ihm müsste folgerichtig gefallen, was in der Villa Mentis in Schweich geplant ist. Dort soll auf einer barrierefreien Erdgeschoss-Fläche von 446 Quadratmetern eine Wohngemeinschaft (WG) unterkommen.Vereine als Event-Partner

 Ins Erdgeschoss dieses Gebäudes der Villa Mentis sollen bald Senioren einziehen können, die in einer betreuten Wohngemeinschaft leben wollen.
Ins Erdgeschoss dieses Gebäudes der Villa Mentis sollen bald Senioren einziehen können, die in einer betreuten Wohngemeinschaft leben wollen. Foto: (h_tl )


Das Raumkonzept und die Philosophie, die hinter dieser WG stecken, hat Andreas Knaf entwickelt. Er ist Geschäftsführer der Villa Mentis Immobilien GmbH - nicht zu verwechseln mit der Villa Mentis Wohnungsbaugenossenschaft, deren Vorstand Knaf war. Die Genossenschaft hat 45 Eigentumswohnungen im Mentis-Komplex gebaut und Insolvenz angemeldet (der TV berichtete am 22. Januar).
In der WG stehen unter anderem acht Zimmer (sechs Einzel- und ein Doppelzimmer), jeweils mit Bad, zur Verfügung. Ferner Gemeinschaftsräume, darunter eine große Küche, ein Therapieraum und ein Pflegebad. Zentrales Element ist ein als Rundgang angelegter Flur, der dem gesteigerten Bewegungsdrang von Demenzkranken Rechnung tragen soll. Auch steht den Bewohnern ein Garten mit Hochbeeten zur Verfügung, wo sie beispielsweise Kräuter anbauen können. Das Einbringen von Ehrenamtlichen und Angehörigen sei ausdrücklich erwünscht, so Knaf.
In Nachbargebäuden der WG gibt es Räume für kulturelle und gesellschaftliche Events. Neben Kursen sowie Lese- und Filmabenden schweben dem Investor auch Gemeinschaftsaktionen mit Schweicher Vereinen, etwa dem Kulturverein vor. Aber auch Weinproben einheimischer Winzer und andere Aktionen kann sich Knaf gut vorstellen.
Auch für Familienfeiern und private Veranstaltungen sollen die Räume gemietet werden können. Andreas Knaf sucht noch einen Betreiber für das Café-Bistro. Der Investor betont, dass die Selbstbestimmtheit der Bewohner an erster Stelle stehe: "So viel Hilfe wie nötig und so viel Selbstständigkeit wie möglich." Die Mieter sollen gemeinsam Serviceanbieter für die Bereiche Hauswirtschaft, Nachtbetreuung und Pflege bestimmen. Als Generalanbieter empfiehlt Knaf die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Trier-Mosel. Regionalvorstand Daniel Bialas findet die Aufgabe spannend: "Wir haben bundesweit schon mehrere Wohngemeinschaften dieser Art, aber für unsere Region ist das Neuland." Bialas macht keinen Hehl daraus, dass ein bis zwei dauerhaft anwesende Kräfte und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für acht Bewohner schon eine "gehobene Klasse" darstelle, aber im Vergleich zur Heimunterbringung immer noch günstig sei. Um die 2000 Euro monatlich nach Abzug des Pflegekassenanteils, schätzt er. Hinzu komme noch 700 bis 800 Euro Miete, je nach Größe des Zimmers.
Investor Knaf und die Johanniter-Hilfe informieren am Samstag, 27. Februar, von 14 bis 18 Uhr über ihre Konzepte im Rahmen eines Tages der offenen Tür in der Villa Mentis.