STADTENTWICKLUNG

Zu Berichten über die geplante Bauentwicklung in Trier-Zewen:

Die Römer waren schlauer, denn sie haben nicht den ganzen Trierer Talkessel zubauen wollen, wie das die Stadt Trier derzeit in Trier-Zewen beabsichtigt. Ein liebenswerter, noch überwiegend dörflich geprägter Randbereich von Trier, die Orte Zewen und Oberkirch, soll in einer gigantischen Entwicklungsmaßnahme gegen den Willen der Betroffenen und unter Androhung von Enteignung der Grundstückseigentümer seinen ureigenen Charakter verlieren. Dabei bilden die Felder von Zewen sowohl eine Frischluftzone als auch ein idyllisches Naherholungsgebiet und somit eine grüne Lunge der Stadt Trier. Zudem sind diese Felder ein sensibler Landschaftsbestandteil, der gerade den Reiz von Zewen-Oberkirch ausmacht. Eine Art Trabantensiedlung soll stattdessen auf den ökologischen wie auch landwirtschaftliche wertvollen Zewener Erdbeerfeldern, Obstplantagen sowie Streuobstwiesen entstehen. Argumente wie Ökologie, Erholungswert, Nahversorgung mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln vom Rand der Stadt - für die die Bauern in Zewen-Oberkirch ja bekannt sind - sowie die durch Hochwasser gefährdeten Flächen scheinen nicht zu zählen. Selbst ein ehemaliges Wasserschutzgebiet hat jetzt keine Bedeutung mehr. Auch der Wille der Betroffenen ist wohl nicht wirklich gefragt. Hoffentlich kehren noch Vernunft und Einsicht bei den Entscheidungsträgern ein. Sonst muss man sich nicht wundern, dass die Wahlbeteiligung weiter sinkt und Bürger das Gefühl haben, ihre Wünsche und Beteiligungen seien nur dann gefragt, wenn es den Verantwortlichen gerade in den Kram passt. Michael Greif, Köln