Unterricht vor dem Rathaus

Das HGT kämpft mit erheblicher Raumnot (der TV berichtete). Weil sich für die Probleme keine Lösung abzeichnet, wollen Schüler, Lehrer und Eltern nun verstärkt an die Öffentlichkeit gehen - mit fantasievollen Aktionen.

Trier. Unterricht im Freien, weil die Räume längst nicht mehr ausreichen: Die zehnte Klasse des HGT brauchte nicht weit zu gehen, um ihre Protestaktion an die richtige Stelle zu bringen. Schließlich ist die Traditionsschule direkt in der Nachbarschaft des Rathauses am Augustinerhof angesiedelt.
So setzte man sich zum Englisch-Unterricht kurzerhand vor die Rathaustür - was immerhin den Oberbürgermeister bewegte, sein Büro zu verlassen und sich nach dem Anliegen der Protestler zu erkundigen.
Die hatten einen Brief von Schulleiter Ralph Borschel an die Schuldezernentin mitgebracht, in dem Klartext geredet wurde. Er sehe sich angesichts der Klassen-Situation "nicht mehr in der Lage, die in der Dienstordnung vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen". Neben dem allgemeinen Raummangel stöhnen die HGTler neuerdings unter massiven sicherheitstechnischen Einschränkungen bei der Nutzung der Aula.
Das Humboldt-Gymnasium nimmt seit Jahren wegen der großen Nachfrage vier Eingangsklassen an, obwohl das Gebäude nur für drei Klassen pro Jahrgang ausgelegt ist. Die Hoffnung, man könne auf leerstehende Klassen in der ehemaligen Robert-Schuman-Realschule zurückgreifen, scheiterte bislang am Veto der Stadt. Nun droht Direktor Borschel offen damit, man "sehe sich gezwungen, ab dem Schuljahr 2015/16 nur noch mit drei Eingangsklassen zu starten". Das würde für erhebliche Probleme bei der Versorgung mit Gymnasialplätzen in Trier sorgen.
Schüler, Eltern und Lehrer setzen derweil die Proteste fort. Über die Englischstunde wurde ein Film gedreht, der bei Youtube und auf der Internetseite www.hgt-trier.de zu sehen sein wird.
Und die nächste Aktion ist auch schon geplant: Dann gibt es eine Sportstunde vor dem Rathaus.